Deutlich mehr Arbeitslose - Quote im Kreis steigt auf 3,7 Prozent

Das Winterwetter hat im Januar auf sich warten lassen, auf dem Arbeitsmarkt ist die Wintersaison dagegen deutlich spürbar. Im Januar sind zusätzlich 358 Menschen arbeitslos, insgesamt sind es 3891.

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    Wintersaison ist Baumfällsaison: Die Forstwirte gehören zu einer jener Berufsgruppen, die auch im Winter draußen arbeiten. Foto: 
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Es ist ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosenzahlen, den die Haller Agentur für Arbeit gestern gemeldet hat. Was aber auf den ersten Blick Sorgen bereiten könnte, sei lediglich der saisonbedingte Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Winter, beruhigt der Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim, Stefan Gutfreund. "Der starke Anstieg der Arbeitslosenzahlen am Jahresanfang ist saisonüblich und entspricht genau der Entwicklung im Vorjahr."

Im Januar zählte die Haller Agentur in ihrem Bezirk (Landkreise Hall, Hohenlohe, Odenwald und Main-Tauber) insgesamt 12208 Arbeitslose. Das sind 1267 mehr als im Dezember. Dadurch steigt die Arbeitslosenquote im Bezirk von 3,4 Prozent im Dezember auf 3,8 Prozent im Januar. Das ist genau dieselbe Quote wie ein Jahr zuvor im Januar 2013. Im Kreis Hall steigt sie auf 3,7 Prozent (Dezember: 3,4 Prozent). Grund dafür sei das Saisongewerbe: "Auch wenn es nicht so kalt ist wie im letzten Jahr, ruht auf vielen Baustellen trotzdem die Arbeit." Auch die Gastronomie braucht hierzulande im Winter weniger Arbeitskräfte - Schnee hin oder her.

Volle Auftragsbücher und leichtes Wachstum

Verstärkt werde diese Entwicklung durch die Beendigung befristeter Arbeitsverhältnisse und Kündigungen zum Jahreswechsel. "Doch von Krisenstimmung kann keine Rede sein", warnt Gutfreund vor Pessimismus am Arbeitsmarkt. Im Februar könne die Zahl der Arbeitslosen noch einmal leicht ansteigen, "wenn der Winter doch noch zuschlägt". Er ist aber überzeugt, dass die Arbeitslosigkeit im Frühjahr wieder auf eine Quote von 3,4 Prozent und vielleicht noch darunter absinkt. "Viele Unternehmen im Bezirk berichten über volle Auftragsbücher und erwarten für 2014 ein leichtes Wachstum."

Das Statistische Landesamt berichtete vergangene Woche, die Konjunktur nehme im Winterhalbjahr weiter Fahrt auf. "Baden-Württembergs Wirtschaft dürfte im ersten Quartal 2014 um rund 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr wachsen", schätzte dessen Präsidentin Carmina Brenner. Das kann Gutfreund bestätigen, wenn auch die Zahlen der Arbeitsagentur nicht ganz so optimistisch sind. Deren Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) rechnet bundesweit mit einem Wachstum von 1,8 Prozent. Im Agenturbezirk Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim rechnet das IAB mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um fünf Prozent. Derzeit hat der Bezirk im landesweiten Vergleich die viertniedrigste Arbeitslosenquote.

Info Stefan Gutfreund leitet derzeit kommissarisch die Haller Agentur, nachdem der bisherige Leiter Markus Nitsch nach nur einem Jahr in Hall nach Stendal versetzt wurde.
 


Arbeitslosenquote

Bezirk: 3,8 Prozent

(Vormonat: 3,4 Prozent)

Landkreis Hall: 3,7 Prozent (Vormonat: 3,4)

Altkreis Schwäbisch Hall:

3,7 Prozent (Vormonat: 3,4)

Altkreis Crailsheim:

3,7 Prozent (Vormonat: 3,3)

Hohenlohekreis:

3,2 Prozent (Vormonat: 2,9)

Main-Tauber-Kreis: 4,0

(Vormonat: 3,5 Prozent)

Neckar-Odenwald-Kreis: 4,4 Prozent (Vormonat: 3,9)

Landesdurchschnitt: 4,2

Zahl der Arbeitslosen

Bezirk: 12208

(Vormonat: 10941)

Landkreis Hall: 3891

(Vormonat: 3533)

Hohenlohekreis: 1992

(Vormonat: 1817)

Main-Tauber-Kreis: 2919

(Vormonat: 2580)

Neckar-Odenwald-Kreis: 3406 (Vormonat: 3011)

Offene Stellen

Bezirk: 3085

(Vormonat: 3159)

Landkreis Hall: 1090

(Vormonat: 1057)

Hohenlohekreis: 536

(Vormonat: 562)

Main-Tauber-Kreis: 984

(Vormonat: 1059)

Neckar-Odenwald-Kreis:

475 (Vormonat: 481)

Arbeitslosigkeit nach Alter und Geschlecht

Männer: 54,1 Prozent

Frauen: 45,9 Prozent

Jugendliche bis 25 Jahre:

9,5 Prozent

Ältere von 50 bis 65 Jahre: 38,5 Prozent

Langzeit: 30,1 Prozent

Ausländer: 14,8 Prozent

Zu- und Abgang

Neu arbeitslos (Kreis Hall): 1246

Arbeitslosigkeit beendet (Kreis Hall): 89

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