Der Unterhaltungsautomat 2.0

Sie sind Kult in Hall: die Kunstautomaten von Bernhard Deutsch. Auf dem Sulfersteg stehen gleich zwei davon, im Hällisch-Fränkischen Museum nimmt ein spezieller Spend-o-mat Geldgeschenke der Besucher entgegen.

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Das neue Vorführprogramm der Damen im Brückenhaus findet seine ersten Zuschauer.  Foto: 

Der wohl bekannteste dürfte aber der Unterhaltungsautomat auf der Henkersbrücke sein, wo Frau Kehrer und Frau Schäufele, die schrulligen Puppen-Damen im Schaufenster, seit vielen Jahren die Passanten unterhalten. Nun wurde der Automat technisch erneuert und am Dienstag offiziell eingeweiht - auch wenn es bei seiner großen Versteigerung 2013 noch so schien, als ob Deutsch das Automaten-Bauen an den Nagel gehängt hatte.

Jetzt ist er wieder da und präsentiert das Update für seine altbewährte Idee. Dafür hat Deutsch sich in den vergangenen Monaten intensiv mit der Programmierung von Mikroprozessorsystemen beschäftigt. "Das vereinfacht alles. Früher habe ich mehrere Kassettenrekorder miteinander verschalten müssen, wenn ich verschiedene Stimmen und eine Hintergrundmusik wollte. Jetzt läuft alles über einen kleinen Chip", erklärt er.

Im Zuge dieser Technifizierung gibt es auch drei neue Vorführprogramme zur Auswahl, die Schaulustige für kleines Münzgeld anwählen können. Darunter die "Maus im Brückenhaus", die den alten Damen auf dem Tisch herumtanzt - und das wahrhaftig. Wie sich da alles bewegt, fasziniert vor allem die kleinen Zuschauer, die zur Einweihung auf die Henkersbrücke kamen. Der altbekannt trockene Humor der urschwäbischen Hausfrauenfiguren ist dagegen eher etwas für die Älteren. Aber alle etwa 30 Neugierigen, die erschienen, klatschten Applaus für die Vorführung.

Möglich geworden ist die Erneuerung allerdings nur mit Hilfe. Um einen großen Teil der visuellen Gestaltung kümmerte sich Lara Gutbrod, eine engagierte Puppenspielerin vom Prinzessin-Gisela-Theater. In Zukunft sollen mehr Neuerungen folgen, und auch dafür sucht Deutsch Unterstützung. Seit 2009 hat Frau Kehrer nämlich ihre eigene Facebook-Seite. Jetzt plant der Tüftler, Kamera und Internetzugang zu installieren, sodass Fans ein Selfie mit den alten Damen darauf hochladen können. "So weit reichen meine Programmierkenntnisse nicht. Ich könnte also noch jemanden brauchen." Man kann gespannt sein, was der 55-Jährige mit seinen Automaten noch alles vorhat.

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