Der Superfrosch mutiert zum Schoßhündchen

Lange Zeit war er für die Stadt Gaildorf das heimliche Wappentier: Mastodonsaurus giganteus.

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Mastodon- saurus als Schoßhund - Ausschnitt aus dem Gemälde der Künstlerin Heike Walter.

Schädel und andere Überreste dieses fünf Meter langen Urviechs, das vor etwa 320 Millionen Jahren in hiesigen Breiten heimisch war, sind in den 1820er Jahren in Schächten des damaligen Vitriolbergwerks entdeckt und von dem Paläontologen Georg Friedrich von Jäger erforscht worden.

War der Gaildorfer Saurier nun Jahrzehnte lang als einziger bekannter Vertreter seiner Spezies in der Region in vieler Munde - eine Kopie des in Gaildorf ausgegrabenen Schädels schlummert gar im Naturkundemuseum in Paris -, gab es im Frühjahr 1977 kräftigen Zuwachs: Beim Bau der Autobahn A 6 in der Nähe von Kupferzell wurden ungezählte Knochenreste aus dem Erdreich geholt.

Hatte dieser Superfrosch der einstmals das Limpurger Land bevölkerten Tierwelt und viele Millionen Jahre später der Wissenschaft gehörigen Respekt eingeflößt, "entzauberte" vor zwei Jahren Heike Walter, ihres Zeichens elfte Gaildorfer Stadtmalerin, den Mythos vom Urzeitmonster: In ihrer Abschlussarbeit mit Motiven aus Vergangenheit und Gegenwart der Stadt stellte sie Mastodonsaurus als Schoßhündchen einer Limpurger Gräfin dar - ein knuffiger Lurch, der sich aus den Armen der adeligen Dame befreit und in den Kocher springt.

Beim Betrachten des Gemäldes im Gaildorfer Rathaus mag manchem Zeitgenossen schon ein Stoßseufzer entfahren sein: Zum Glück ist Mastodonsaurus schon vor langer Zeit ausgestorben. Sonst hätten vermutlich - die Handtaschen-Hündchen lassen grüßen - findige Züchter zugeschlagen!

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