Der Osterhase stirbt nicht aus

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Fühlen sich auf der Hohenloher Ebene pudelwohl: Feldhasen. Foto: Erich Marek

Der Osterhase ist kein Kandidat für die Rote Liste bedrohter Tierarten. Dieses Ergebnis liefert eine offizielle Zählung. Dafür machen sich Forscher jedes Frühjahr auf die Suche - nicht nach Ostereiern, sondern nach dem, der sie bringt. Nach wissenschaftlichen Methoden zählt die baden-württembergische Wildforschungsstelle zweimal im Jahr die Hasenpopulation im Land. 17 Langohren gab es 2012 im Durchschnitt auf 100 Hektar Feldfläche.

Achtung, dies ist kein Aprilscherz! Dafür käme er zwei Tage zu früh. Jenen, die die Hasen zählen, ist es allerdings noch nicht gelungen, herauszufinden, wieviele Ostereier sie bringen, und ob sie sie diese auch selber legen - zumindest geht dies aus der Mitteilung des Landesjagdverbands nicht hervor.

Dem Jagdverband geht es nämlich nicht um den Osterhasen, sondern um seinen Verwandten, den gemeinen Feldhasen, dessen Population gefährdet ist. Doch im Ländle fühlt er sich offensichtlich wohl. In der Oberrheinebene seien im Herbst 2012 durchschnittlich 44,4 Feldhasen auf 100 Hektar Feldfläche gezählt worden. Schlusslicht war das voralpine Hügel- und Moorland mit knapp neun Hasen.

Wieviele es in der Region gibt, in der die "Hasa Hosâ haßet", können die Forscher nicht eingrenzen. Im Frühjahr 2012 haben sie im Naturraum "Neckar-Tauber-Gäuplatten", zudem die Haller und Hohenloher Ebene zählt, noch 11,5 Hasen pro 100 Hektar Feldfläche gezählt. Im Herbst 2012 waren es schon 19,7 Hasen. "Denen geht es in diesem Raum offensichtlich besser als im Landesdurchschnitt", sagt Ulrich Bade vom Landesjagdverband.

Woran liegt es, dass sich die Hasen hierzulande so wohl fühlen? Bade meint, es liege vor allem daran, dass der Mensch die Region nicht so dicht besiedelt hat.

Der Naturschutzbund hingegen hält sie weiterhin für gefährdet - es gebe für die Hasen immer weniger naturnahen Lebensraum mit Wildkräutern. Wegen der zunehmenden Zahl an Maisfeldern gehe die Zahl der Hasen landesweit leicht zurück. Eine gute Nachricht hat der Landesjagdverband daher für Meister Lampe: In vielen Revieren verzichten die Jäger seit Jahren freiwillig darauf, den Paten des Osterhasen zu jagen.

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