Der Obama vom Tal der grauen Wölfe

|

Bitte nicht den Bauch fotografieren", ermahnt Sascha Korf gleich zu Beginn seines Programmes den Fotografen. Wo er doch, nach eigenen Angaben, mit Weight Watchers schon zwei Kilogramm abgenommen hat - seit 2008. Und er erklärt auch gleich die Regeln seines Programms: "Es gibt Reihen, die lachen, und es gibt eine Reihe, über die gelacht wird." Da es im Löwen aber keine Sitzreihen gibt, werden sehr viele der etwa 80 Besucher mehr oder weniger einbezogen.

Mit seinem Programm "Wer zuletzt lacht, denkt zu langsam" hat der Kölner Künstler im Michelbacher Gasthaus Löwen einen auch für ihn ungewöhnlichen Abend erlebt. Der "Spontaneitätsexperte", der gerne auf Tuchfühlung mit seinem Publikum geht, wird von seinen Kandidaten so richtig gefordert.

Und auch sonst wird der Abend etwas anders. Sein Programm besteht aus zwei Elementen, die abwechselnd ineinander übergehen. Zum Beispiel mit kabarettistischen Einlagen, in denen er sich unter anderem sehr engagiert mit dem TV-Programm auseinandersetzt - vom "räudigen Rinderhirt Rüdiger" (Bauer sucht Frau) bis zum Kakerlakenprotest im Dschungelcamp. Oder aber mit dem Bau des Berliner Flughafens: "Der Bischof von Limburg hätte den Flughafen fertig bekommen und jede Stewardess hätte zwei Waschbecken." Auch der Sport ist ihm ein Anliegen: "Wenn Ronaldo jetzt nach Athen wechselt, dann ist er mehr wert als das ganze Land."

Seine Spezialität ist jedoch der enge Kontakt mit dem Publikum, das er in unterschiedlichster Form an teilhaben lässt. So kennt er bald die Namen und Berufe vieler seiner Zuschauer. Als er dabei auf den ehemaligen Michelbacher Schultes Volker Schneider trifft, assoziiert er sofort: "Der Obama vom Tal der grauen Wölfe." Immer wieder sollen die Zuschauer Stichworte geben: "Susi, Schuhe kaufen, wie du mir so ich dir?" Daraus wird sofort eine komische Geschichte.

Was diesen Abend jedoch wirklich so besonders macht, sind die Kandidaten selbst - sowohl die auf, als auch die vor der Bühne. "Das ist er verrückteste Abend, den ich je erlebt habe. Hier macht ja wirklich jeder was er will", entfährt es dem sichtlich geschafften Künstler, der alles geben muss, um sein Programm wieder in die "ungeplante" Spur zu bringen. Ob Steffen, Katja, Christine oder Helmut - ihnen ist es zu verdanken, dass dieser Satz, den leider viele Künstler zu Unrecht verwenden, Wirklichkeit geworden ist: "So etwas erlebt man nicht alle Tage." Damit müsse man rechnen, so Sascha Korf in seinem Resümee, "in einem Gasthaus, in dem selbst die gebratenen halben Hähnchen glücklich aussehen". Glücklich sind auch die Besucher. "So viel wie heute, habe ich schon lange nicht mehr gelacht", sagt Christine aus Gaildorf. Die Wirtin des Löwen freut sich: "So ist das bei all unseren Veranstaltungen."

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo