Der Musiker Erich Abel hat über eine abenteuerliche Reise einen Film gedreht

Erich Abel sieht sich am liebsten als "musizierenden Geschichtenerzähler". Der Neu-Dünsbacher war mit seinem Akkordeon viel in der Welt unterwegs und hat darüber auch einen Film gemacht.

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  • Mit seinem Akkordeon ist Erich Abel aus Gerabronn-Dünsbach bis nach Indien gereist und hat einen spannenden Film über die abenteuerliche Suche nach einem magischen Lied und seinem Sänger gedreht. Foto: Hartmut Volk 1/2
    Mit seinem Akkordeon ist Erich Abel aus Gerabronn-Dünsbach bis nach Indien gereist und hat einen spannenden Film über die abenteuerliche Suche nach einem magischen Lied und seinem Sänger gedreht. Foto: Hartmut Volk
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"Ich genieße diese Ruhe auf dem Land", sagt der gebürtige Bad Cannstatter und langjährige Wahl-Berliner, den es über Freunde nach Hohenlohe verschlagen hat. Er braucht nicht viel zum Leben und fühlt sich wohl in einem früheren Taglöhnerhäuschen.

Seine Leidenschaft ist die Musik, die für ihn seit jeher den Lebensmittelpunkt gebildet hat: In Bonlanden auf den Fildern betrieb er früher eine Musikkneipe und spielte als Bassist und Organist in verschiedenen Bands. Als Hüttenwirt im Wettersteingebirge brachte er sich autodidaktisch das Akkordeonspielen bei. Inzwischen ist er längst ein virtuoser Meister auf dem Schifferklavier, tritt damit in Szene-Kneipen auf und hat einige Solo- und Combo-Aufnahmen sowie Filmmusiken produziert. Am liebsten verbindet er seine Reiseleidenschaft mit dem Musizieren und tingelte 2002 mit dem Akkordeon durch Sibirien.

Einen entscheidenden Impuls erfuhr sein musikalischer Werdegang, als sein Freund Simon von seiner Asienreise eine unbeschriftete Kassette mitbrachte. Abel war wie elektrisiert von der Musik auf dem Tape. "Ich habe sie jeden Tag bis zu dreimal gehört", berichtet der 52-Jährige.

Die eindringliche und faszinierende Stimme des unbekannten Sängers lässt ihn nicht mehr los, und er versucht herauszufinden, woher die Musik stammt. Einen wichtigen Tipp erhält er von seinem nepalesischen Freund Sherpa Gyalzen, der als Gasthelfer auf der Hütte weilte.

"Maybe Bangladesh", mutmaßte dieser über die Herkunft der geheimnisvollen Klänge. Als Musiker voller Fernweh beschließt Erich Abel, den Sänger ausfindig zu machen und tritt mit zwei Freunden sowie mit Akkordeon, Filmkamera und Tonband ausgestattet eine Reise nach Indien an. "Der Flug nach Bangladesh wäre zu teuer gewesen, deshalb sind wir von Kalkutta mit dem Bus nach Bangladesh gefahren", erzählt der Musiker. Jetzt beginnt für das Trio eine abenteuerliche Reise durch den südindischen Subkontinent, geleitet von der Suche nach dem Ursprung der göttlichen Musik.

Nur so viel sei verraten: Dass das "analoge Fossil", wie Erich Abel sich bezeichnet, nur mit einer unbeschrifteten Kassette in der Hand am anderen Ende der Welt tatsächlich den Sänger findet, kann kein Zufall sein. Da müssen die indischen Götter ihre Hand im Spiel gehabt haben - das behauptet jedenfalls der Sprecher in dem mit witzigen Animationssequenzen aufgelockerten Reisefilm, den Abel nach seiner zweiten Indienreise zusammengeschnitten hat - für bessere Tonaufnahmen war er eigens noch mal hingeflogen.

"Maybe Bangladesh" heißt auch der 50-minütige Streifen, den der Künstler schon auf verschiedenen deutschen und indischen Filmfestivals präsentiert hat, immer umrahmt von Geschichten und Eigenkompositionen auf dem Akkordeon.

Info Am morgigen Mittwoch um 20 Uhr tritt Erich Abel mit seinem Soloprogramm und dem Film auf dem Privatgelände des Musikers Kurt Rösch in Hessenau auf. Der Eintritt ist frei.

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