Der Kommunikator peilt die "40 plus" an

|
Kommunikation à la Ellrichshausen: Satteldorfs Bürgermeister Kurt Wackler (rechts) im Gespräch mit Dr. Hans-Jörg Dobler (links) und Karl Langohr. Mit dabei Wacklers Frau Elsbeth, die ihren Mann regelmäßig begleitet. Foto: Mathias Bartels

Wer sich dem weiten Feld der Kommunikation nähert, kommt um die Bedeutung des lateinischen Verbs "communicare" nicht herum: teilen, mitteilen, teilnehmen lassen, gemeinsam machen und vereinigen findet sich als Definition. Wer sich der Person Kurt Wackler nähert, kommt nicht umhin, dem seit 16 Jahren amtierenden Satteldorfer Bürgermeister exakt derlei Fähigkeiten zu attestieren: Gedanken austauschen, informieren, andere an seiner Amtsführung teilhaben lassen.

Jetzt strebt der Schulz seine dritte Amtsperiode an, Sonntag wird gewählt. Einen ernsthaften Gegenkandidaten hat er nicht. Auf dem Wahlzettel findet sich neben ihm allein der "Nein-Sager" Andreas Fischer. Dennoch legt sich Kurt Wackler ins Zeug, als ginge es darum, seriöse Mitbewerber in Kompaniestärke aus dem Feld zu schlagen. Das sei er seinen Mitbürgern und sich selber schuldig, lässt er wissen: Rechenschaft ablegen, im Gespräch bleiben, Zukunftsperspektiven entwickeln. Menschen mitnehmen.

Keine Frage: Kurt Wackler ist ein Kommunikator. Er ist ein "öffentlicher Mensch", der sich neben seinen offiziellen Auftritten als erster Bürger seiner Kommune zugleich den Sorgen und Nöten, den Anliegen und Anregungen, aber auch der Kritik und womöglich sogar den Vorwürfen seiner Umgebung stellt. Obwohl: Von Vorwürfen ist zumindest der Redaktion kaum etwas bekannt.

Sechs Wahlversammlungen zieht Wackler in diesen Tagen durch, gibt sich dabei sowohl sach- und fachkundig wie auch heiter und gelöst - wie beim HT-Forum am Sonntag etwa. Seriös wirkt er sowieso, nahbar und - bei aller gebotenen Distanz - jederzeit ansprechbar. Die Kommunikation nimmt er allemal ernst: 39 Bürgerversammlungen hat er in seinen 16 Amtsjahren in Satteldorf und den Ortsteilen organisiert, mehr als zwei Jahr für Jahr. Auch das spricht für Offenheit, für die Bereitschaft, im Miteinander eine faire Chance für alle zu sehen, ohne sich zu verschließen.

Am Montagabend in Ellrichshausen vor 35 Zuhörern bilanziert er die Ergebnisse seiner Arbeit und weist Wege in die Zukunft. Anscheinend so überzeugend, dass seinem einstündigen Referat lediglich eine Wortmeldung folgt. Alles in Butter also? Nicht ganz, denn selbst in der prosperierenden Gemeinde Satteldorf gibt es Problemfelder. Die Demografie sorgt dafür, dass sich die Gemeinde-Oberen mit Schulfragen beschäftigen müssen, der Ganztagsbetreuung etwa oder mit der Versorgung der Senioren. Es sind die in vieler Menschen Augen so "kleinen" Dinge wie die Wasser- und Abwasserversorgung, unbeantwortete Fragen wie die Breitbandversorgung auf dem Land oder die an der Öffentlichkeit weitgehend vorbeilaufenden, gleichwohl zukunftsweisenden Grundstücksaktivitäten, die den Bürgermeister und dessen gut geölte Rathausmannschaft ständig auf Trab halten. Auch da könnte man sich verschleißen, wenn man aus anderem Holz geschnitzt wäre.

Kurt Wacklers Bilanz mit Blick auf 16 Jahre im Rathaus sieht blendend aus. Gut: Nicht jeder "Dorfschulz" verfügt über einen schuldenfreien Etat, doch ist diese Tatsache eben nicht zuletzt Resultat solider Arbeit und rechten Augenmaßes - auch wenns die Bänker nicht unbedingt freuen dürfte. "Niemals zu viel wollen": Auch so könnte Wacklers aktuell dritter Bürgermeister-Wahlkampf überschrieben sein.

Auf Augenhöhe will er "seinen" Bürgerinnen und Bürgern begegnen, sie frühzeitig und einvernehmlich zu Partnern machen. Das impliziert, dass man sich womöglich gar zu nah kommt, was bisweilen unangenehm werden kann. Egal: Kurt Wackler ist auch hier guter Dinge, baut auf Konsens und nicht selten auf den sogenannten "gesunden Menschenverstand".

Das kommt an, das kennzeichnet den guten Kommunikator. Und der hat für Sonntag eine große Sorge, dass nämlich die Wahlbeteiligung in den Keller geht. Bei 55,9 Prozent lag sie 2006. "40 plus" hat er als gutes Ergebnis für den 26. Januar annonciert. Jetzt kommt es darauf an, dass er seine Mitbürger so stark von sich überzeugt hat, dass sie "jetzt erst recht" wählen gehen. Er hätte es verdient.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Was sagen die Bundestagskandidaten zu ...?

Beim Jugendwahlforum blieb keine Zeit, alle schriftlichen Fragen aus dem Publikum an die Bundestagskandidaten zu richten. Wir haben sie ihnen geschickt und von allen Antworten bekommen. weiter lesen