Der endlose Streit um Mistlau

Mehr als ein Jahrhundert lang stritten einst das Ritterstift Comburg und das Haus Hohenlohe um Mistlau. Ulrich Fröhner blickt darauf in einem Vortrag morgen um 20 Uhr im Quellhof in Mistlau zurück.

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Die comburgische Mühle in Mistlau war Anlass vieler Streitigkeiten. Privatfoto

Im April 1688 ritt ein Bote zum Schlosstor in Langenburg hinein. Er brachte etwas Unangenehmes für das Haus Hohenlohe: einen Befehl vom Reichskammergericht in Speyer. Im Namen des Kaisers befahl das Gericht dem Haus Hohenlohe, in Mistlau die Drangsalierung anderer Untertanen unter dem Vorwand der Religion zu unterlassen. Andernfalls drohe eine Geldstrafe.

Mit diesem Befehl war eine neue Stufe in einem langen Streit zwischen dem Ritterstift Comburg und dem Haus Hohenlohe um die Vorherrschaft im kleinen Dorf Mistlau erreicht. Dort besaßen beide Herrschaften je neun Höfe - und konnten sich nicht einigen, wer die Polizeigewalt und andere hoheitliche Aufgaben wahrnehmen durfte.

Der Prozess wurde nie zu Ende geführt - im Jahr 1700 beschloss Hohenlohe, ihn ruhen zu lassen. 88 Jahre lang beließ man es bei gegenseitigen Protestnoten, bis ab 1788 beide Seiten einen friedlichen Ausgleich suchten. Dann wurde verhandelt, allein dreimal im Gasthaus "Löwen" in Gaggstatt - ehe das württembergische Herzogtum im Jahre 1802 die Comburg einverleibte und das Fürstentum Hohenlohe-Kirchberg 1806 im Königreich Bayern unterging.

Die Geschichte des Streits bietet lebendige Einblicke ins damalige Recht und das Kanzleiwesen samt den handelnden Personen.

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