Der Chronist einer lokalen Ära

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Wurde 88 Jahre alt: Adolf Kämpf. Archivfoto: Sabine Franz

Adolf Kämpf aus Rot am See war ein leidenschaftlicher Lehrer - und der dienstälteste HT-Mitarbeiter, der schon seit dem Jahr 1948 nebenher Artikel für die Lokalzeitung schrieb. Er wurde 88 Jahre alt.

Das Kürzel "aka" tauchte schon unter Berichten auf, als es das 1949 aus der Fusion der beiden Oberamtszeitungen in Gerabronn und Crailsheim hervorgegangene HT noch gar nicht gab: Der Junglehrer aus dem Erzgebirge, der seine erste Stelle im Jahr 1948 in Rot am See antrat, begleitete bereits für das unter der Regie des US-Militärs publizierte "Zeit-Echo" das gesellschaftliche Leben in Rot am See.

Dazu "angestiftet" hatte ihn der damalige Bürgermeister Karl Walch, der in dem eloquenten und sprachgewandten Schulmeister einen würdigen Überbringer von allen Nachrichten aus Rot am See sah.

Auch die HT-Redaktion in Gerabronn überzeugte Adolf Kämpf sehr schnell mit der Güte seiner präzisen, ungekünstelten und stets sachlichen Artikel. Die enge Zusammenarbeit zwischen dem "Ortsberichterstatter" von Rot am See und der Lokalzeitung riss auch nicht ab, als Adolf Kämpf im Jahr 1966 zum Chef der Grund- und Hauptschule in Rot am See avancierte - ganz im Gegenteil: Auch als Rektor fand er die Zeit, bei allen örtlichen Vereinen und Institutionen, vom Liederkranz und Sportverein über die Raiffeisenbank bis hin zum Reitverein die Hauptversammlungen zu besuchen und über das rege Vereinsleben in Rot am See zu berichten. Auch für Jubiläumsfeierlichkeiten aller Art war Adolf Kämpf für die Vereine ein zuverlässiger journalistischer Ansprechpartner

Ganz besonders ans Herz gewachsen ist ihm die Muswiese: Zahllos sind auch hier die Artikel, die Adolf Kämpf jahrzehntelang über das Geschehen auf dem Festplatz in Musdorf verfasst hat. Schausteller, Muswiesenwirtschaften und überhaupt alle Feinheiten der Muswiese - Adolf Kämpf kannte sie alle und geizte auch nicht mit Tipps und Ratschlägen für junge HT-Redakteure (und Musdorf-Novizen), die er großzügig mit Informationen aus seiner schier unerschöpflichen Datenbank im Kopf versorgte.

Im Jahr 1955 regte er mit dem Luftballon-Wettbewerb ein Programm-Element an, das bis heute auf der Muswiese Bestand hat und auch künftig an einen vielfach engagierten Mann erinnert, der wie kein Zweiter die gesamte Nachkriegsära von Rot am See überblickt und für künftige Generationen beschrieben hat.

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