Der Brückenbauer: Rudolf Kurz verbindet Religion und Welt, Kirche und Gläubige

Eigentlich wollte er Architekt werden. Vielleicht baut er deshalb so gerne Brücken. Wobei das keine herkömmlichen Brücken aus Stein, Holz oder Stahl sind, die ein Tal überspannen, sondern Brücken, die Pole verbinden, Lager überwinden und Menschen zusammenbringen.

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  • Alles andere als ein Elfenbeinturm ist das Atelier des Bildhauers Rudolf Kurz. Auch im Ellwanger Spitalhof werden vielerlei Brücken geschlagen. Foto: Ufuk Arslan 1/2
    Alles andere als ein Elfenbeinturm ist das Atelier des Bildhauers Rudolf Kurz. Auch im Ellwanger Spitalhof werden vielerlei Brücken geschlagen. Foto: Ufuk Arslan Foto: 
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Der tatsächliche Beruf des Brückenbauers ist Bildhauer. Er heißt Rudolf Kurz, ist 62 Jahre alt und lebt und arbeitet in Stimpfach und Ellwangen. Schon allein wegen der herausragenden Qualität seines künstlerischen Schaffens ist Kurz als Preisträger prädestiniert. Dasselbe gilt auch für den Brückenbauer.

Der Katholik Kurz baut für sein Leben gerne Brücken - insbesondere zwischen Katholiken und Protestanten. Er ist der so lebendige wie überzeugende Beweis dafür, dass Ökumene 500 Jahre nach der Kirchenspaltung ein wichtiges Anliegen zumindest vieler Gläubiger ist. Werke von ihm finden sich nicht nur in vielen katholischen Kirchen von Hohenlohe bis Rom, sondern auch in nicht wenigen evangelischen. Oder vor ihnen, etwa der Tauferinnerungsbrunnen vor der Johanneskirche in Crailsheim.

Ein ganz besonderer Brückenschlag findet derzeit im tief protestantischen Crailsheim statt. In der Stadt, in der Adam Weiß schon 1522 in evangelischem Sinn predigte, also noch vor seinem viel berühmteren Kollegen Johannes Brenz in Schwäbisch Hall, wird in der Luther-Dekade ein Reformationsweg angelegt. Dieses anspruchsvolle Projekt wird von evangelischen und katholischen Christen getragen und die zwölf Stelen dieses Rundweges entstehen im Atelier von Kurz im erzkatholischen Ellwangen.

Rudolf Kurz schlägt gerne Brücken. Vom Sakralen ins Profane, von der Heimat in die Welt, vom Kleinen ins Große. Von ihm stammt der Schäferbrunnen im kleinen Crailsheimer Stadtteil Westgartshausen, Kunst von ihm gibts aber auch im Germanicum, also dem Priesterseminar im großen Rom. Dort hat er übrigens auch die Hauskapelle von Kardinal Walter Kasper ausgestattet.

Die für Kurz wichtigste Brücke ist eine doppelte. Sie verbindet die Konfessionen, und sie schlägt den Bogen zwischen Kirchen und Gläubigen. Nur so, davon ist der Künstler überzeugt, behalten die so wichtigen christlichen Grundwerte in einer säkularisierten Gesellschaft ihre Bedeutung.


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