Dem Windpark droht die Pleite - Weitere Anklage der Justiz

Das Trauerspiel um den Windpark in Wittenweiler geht weiter: Mittlerweile wurde ein Insolvenzantrag gestellt - und der in U-Haft sitzende Ex-Geschäftsführer muss mit einer weiteren Anklage rechnen.

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Still ruht der See: In den Baugruben für die Wittenweiler Windräder steht Grundwasser - im Hintergrund drehen sich die Rotoren bei Lindlein. Foto: Harald Zigan

Seit 1999 existiert der Windpark nur auf dem Papier: Sieben Windräder zum Kostenpunkt von immerhin 23 Millionen Euro sollten sich auf einem 56 Hektar großen Areal nördlich von Wittenweiler drehen und die Kraft des Windes in jährlich 33 Millionen Kilowattstunden Strom verwandeln.

Ein jahrelanger Kleinkrieg um Projektrechte, Grunddienstbarkeiten und offene Rechnungen lähmten das ambitionierte Projekt, das bereits mit allen einschlägigen Gutachten und Baugenehmigungen ausgestattet war, bis zum völligen Stillstand - nur Erdhaufen und mit Grundwasser vollgelaufene Baugruben mitten auf der Feldflur künden heute von dem Vorhaben.

Ein weiteres Kapitel in diesem windigen Drama schreibt inzwischen die Justiz: Mike Rico Trentzsch, der bis zum Verkauf der Projektrechte an die Gesellschafter als Geschäftsführer des Unternehmens "Windpark Blaufelden GmbH & Co. KG" fungierte, sitzt seit 21. Mai in Untersuchungshaft (das HT berichtete) und wartet im Gefängnis von Bielefeld auf seinen Strafprozess, der bisher noch nicht terminiert ist.

Eine für Wirtschaftskriminalität zuständige Staatsanwaltschaft in Bielefeld wirft dem 41-Jährigen aus Lippstadt im Zusammenhang mit seinen Geld-Sammelaktionen bei privaten Anlegern gewerbsmäßigen Betrug in mindestens 46 Fällen vor.

Der Schaden, der den Inhabern von sogenannten "Genussscheinen" und "stillen Gesellschaftern" entstanden ist, summiert sich auf bislang rund 943.000 Euro.

Seperate Anklage wegen Betrug

Dem früheren Windpark-Geschäftsführer droht aber noch weiteres Ungemach mit der westfälischen Justiz: Nach HT-Informationen liegt gegen ihn schon seit November 2012 eine separate Anklage wegen Betrugs vor.

In diesem Fall geht es unter anderem um Bauarbeiten auf dem Windpark-Gelände in Wittenweiler, mit denen die Firma Seewind aus Walzbachtal bei Karlsruhe beauftragt war: Zufahrten, Kran-Stellplätze und Baugruben für die Windräder schlugen mit rund 600.000 Euro zu Buche - die Firma wartet allerdings bis heute auf ihr Geld. Es flossen lediglich geringe Abschlagszahlungen. Schon im Mai 2011 baute die Firma die Fundamente wieder aus, um wenigstens noch den Stahl verwerten zu können.

Wie von vielen Anlegern befürchtet, wurde jetzt die finanzielle Reißleine gezogen: Die Lebensgefährtin von Trentzsch stellte beim zuständigen Amtsgericht in Paderborn Insolvenzanträge für ein gutes Dutzend Firmen hinter dem Windpark Wittenweiler. Zur vorläufigen Insolvenzverwalterin wurde die Rechtsanwältin Sandra Bitter aus Paderborn bestimmt.

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Er wollte Geschäfte mit dem Wind machen - und atmet jetzt gesiebte Luft: Der bisherige Geschäftsführer des Windpark-Projektes in Wittenweiler sitzt in U-Haft.

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