Dem Schlamm das Wasser entziehen - Baukosten: 1,5 Millionen Euro

Neue Wege geht die Gemeinde Obersontheim. Nach Frankenhardt bekommt die Bühlertalgemeinde die zweite solare Klärschlammtrocknung im Landkreis. Inbetriebnahme soll im April 2015 sein.

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Der Ausbau der Kläranlage Untersontheim kann beginnen (von links): Untersontheims Ortsvorsteher Walter Schmidt, Kämmerer Dieter Brunner, Klärwärter Walter Zieffle, Peter Dietrich (Wasser- und Bodenschutz beim Landratsamt Schwäbisch Hall), Planungsingenieur Reinhardt Waimer, Thomas Ebert (Chef der Baufirma Ebert) und Bürgermeister Siegfried Trittner.  Foto: 

Spatenstich für das 1,5-Millionen-Euro-Projekt war am gestrigen Montag. Es soll in erster Linie die Betriebskosten für die Klärschlammentsorgung verringern. Die Alternative wäre eine Erweiterung der biologischen Reinigung gewesen, die jetzt an der Grenze ihrer Belastbarkeit ist. Auch der Speicher für das abgepresste Klärwasser müsste vergrößert werden. Das würde insgesamt etwa den gleichen Betrag kosten, hätte aber den Nachteil, dass der teilentwässerte Klärschlamm weiterhin mehrmals im Jahr für viel Geld abtransportiert werden müsste. Sinnvoller sei die jetzige Lösung, bei der Sonnenwärme den Klärschlamm so weit trocknet, dass er nur noch rund zehn Prozent Wasser enthält.

In Frankenhardt läuft so eine Anlage schon ein paar Jahre. Der getrocknete Schlamm soll nur einmal jährlich im Sommer aus der Anlage entnommen werden. Das Ganze wiegt dann nur noch rund 175 statt vorher 630 Tonnen. Die Gemeinde erhofft sich bessere Vermarktungs- und Entsorgungsmöglichkeiten des krümeligen Materials. Es kann beispielsweise auf Felder ausgebracht, in Zementwerken verwendet oder in Müllverbrennungsanlagen beigemischt werden.

Pro Tag sollen rund 2,2 Kubikmeter Schlamm auf der Grundfläche der Trocknungsanlage (knapp 1300 Quadratmeter) verteilt werden. Das ist laut Planungsbüro eine ganz dünne Schicht. Um zusätzlich die Oberfläche zu vergrößern, wälzen zwei Roboterfahrzeuge den Schlamm ständig um. Die beiden Hallen, die ähnlich wie große Gewächshäuser aussehen, durchströmt warme Luft. Vor etwaiger Geruchsbelästigung schützt ein Biofilter, durch den die Abluft strömt. Der schlägt mit 150.000 Euro zu Buche. Doch die Gemeinde wollte kein Geruchsrisiko eingehen - nach der Erfahrung mit der Kompostieranlage am Heerberg.

Gleichzeitig wird auch die bestehende Kläranlage modernisiert und auf einen Einwohnerwert von 7000 ausgebaut. Dazu zählen die tatsächlichen Einwohner, das Gewerbe und die Belastung aus dem Filtrat der Schlammentwässerung plus einer ausreichenden Reserve. Erneuert wird die Rechen- und Sandwaschanlage für die mechanische Reinigung, ebenso die Elektrotechnik und die Anlage für Belüftung und Klärung. Vor die solare Klärschlammtrocknung ist noch eine maschinelle Anlage geschaltet, die dem Schlamm, der anfangs zu 98 Prozent aus Wasser besteht, Flüssigkeit entzieht. Die Gemeinde rechnet mit einer Ersparnis von rund 60.000 Euro Betriebskosten durch die neuartige Trocknungsanlage und eine effizientere Energienutzung. Ein großer Posten beim Stromverbrauch wird nach wie vor die Belüftung der Klärbecken für die biologische Reinigung bleiben. Auch die Pumpen, die das Abwasser sieben Meter hoch in die Anlage befördern, bleiben Stromschlucker.

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