Dem Nein sollen Gespräche folgen

Obersontheim soll keine Gemeinschaftsschule bekommen. Ob dies das Aus der Bildungseinrichtung bedeutet, ist offen. Jetzt wollen die Bühlertalgemeinden untereinander den Konsens suchen.

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Rege beteiligen sich die Mädchen und Jungen in dieser Klasse in Bühlertann am Unterricht. Der Schulstandort Bühlertann ist nach der Entscheidung des Kultusministeriums gestärkt. Mit mehr als 500 Schülern ist die dortige Haupt-, Werkreal- und Realschule das größte Bildungszentrum im Bühlertal. Archivfoto: Arslan

Enttäuscht zeigt sich Siegfried Trittner, Bürgermeister in Obersontheim, über die Nachricht: "Wir hatten unsere Hausaufgaben gemacht. Das pädagogische Konzept der Schule ist allseits gelobt worden - ein Kompliment an Schulleiter Altdörfer und sein Kollegium, die in den vergangenen Jahren sehr viel geleistet haben und beispielsweise ruck-zuck die Ganztagesschule verwirklicht haben." Dass es knapp werden würde, war Trittner schon klar, als im Herbst vom Kultusministerium immer mehr Details über die Anforderungen durchsickerten. Die geforderten 40 Schüler in der Eingangsstufe hätte Obersontheim erreichen können - aber nur, wenn aus den östlichen Teilorten der Stadt Hall und aus den umliegenden Gemeinden Schüler nach Obersontheim wechseln würden. In der aktuellen Klasse fünf gibt es nur noch acht Schüler. "Die Verlierer sind die Kinder", sagt Trittner, "eine Gemeinschaftsschule in Obersontheim wäre die ideale Ergänzung zu dem, was vorhanden ist. Dann hätten die Eltern für ihre Kinder die passende Schule wählen können."

Auch Bühlertann leidet unter dem Schülerschwund an der Hauptschule. In der 5. Klasse sind nur noch zwölf Schüler. Mit 37 Schülern in der 5. Klasse steht die Realschule in Bühlertann stabil. Derzeit ist die Schule dabei, einen Ganztagesbetrieb aufzubauen. Die Gemeinde hat jetzt die Beschlüsse zum Ausbau des Schulzentrums und der Schaffung eines Bildungshauses (dort sollen Kindergartenkinder und Schulkinder betreut werden) gefasst.

Bürgermeister Michael Dambacher möchte noch nichts kommentieren, solange die Nachricht nicht offiziell bestätigt ist. Er wiederholt jedoch seine Kritik am Verfahrensablauf, die er schon im Herbst geäußert hatte: Warum, so fragt er, forcieren Schulverwaltung und Landesregierung erst jetzt das Thema regionale Schulentwicklung, nachdem schon Anträge gestellt worden sind und jetzt abgelehnt werden. Gespräche zwischen den Gemeinden als Schulträger und den Schulen über ein zukunftsfähiges Konzept für die Raumschaft hätten zuvor stattfinden müssen. Er habe Ideen, wie eine Kooperation und Weiterentwicklung aussehen könnte, will dies aber erst am Montag sagen.

Mit dem Begriff "Regionale Schulentwicklung" wird das Verfahren bezeichnet, wie sich Schulen in den einzelnen Regionen entwickeln sollen. Der Hintergrund: Nicht nur im Bühlertal droht wegen sinkender Schülerzahlen die Schließung von Hauptschulen (neben Obersontheim droht das Aus des Vellberger Hauptschulzugs). Das ist landesweit ein Thema. Innerhalb der Landesregierung war kontrovers diskutiert worden, wie diese Entwicklung gesteuert werden kann. Vom hiesigen SPD-Landtagsabgeordneten Nikolaos Sakellariou war gestern zu erfahren, dass die Schulen in den Gebieten aufgefordert sind, Lösungen für ihre Raumschaften zu erarbeiten. Dort, wo kein Einvernehmen erzieht wird, sagt Sakellariou, sollen die Schulbehörden, also das staatliche Schulamt, entscheiden. "Dort ist die größere Fachlichkeit."

Der Grünen-Kreisrat Hans-Joachim Feuchter hat am Donnerstag angekündigt, er wolle das Thema regionale Schulentwicklung im Kreistag diskutieren. Es soll ein Schulentwicklungsplan erarbeitet werden.

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