Defizite schrecken Verwaltung

Liegt die Tauberbahn im Sterben? Geht es nach den Grünen, wurde im Kreistag das Totenglöcklein schon geläutet. Das Gremium will sich aber das Nahverkehrskonzept des Kreisverkehrs noch genauer anschauen.

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Verfolgt mit skeptischem Blick die Debatte um die Tauberbahn: Der Ruppertshofener Oliver Paul, Vorsitzender des Kreisverkehr-Fahrgastbeirats. Foto: Dyba

"Der Bus tut nicht das, was laut Fahrplan anzunehmen ist", schimpft der Vorsitzende der Fraktion Grüne/ÖDP, Hans-Joachim Feuchter, über die Schnellbuslinie S10 von Crailsheim nach Langeburg. Der Pensionär ist eigens mitgefahren und meint, dass die Linie überflüssig sei.

Geht es nach dem Verkehrsverbund Kreisverkehr, dann sollten die Busse auf der Hohenloher Ebene der Bahn nicht die Fahrgäste wegnehmen, sondern zuführen. Das Verkehrskonzept der Nahverkehrsberatung Südwest liegt seit 2010 fertig in der Schublade. "Das Konzept ist durchführbar und sinnvoll", meint Feuchter und will es endlich umgesetzt wissen. Geplant war dies für den Fahrplanwechsel im Dezember 2012.

Doch die Verwaltung bat darum, das Thema zurückzustellen und es spätestens in einem Jahr wieder auf die Tagesordnung des Kreistags zu stellen. Der Grund: Die anstehende Schulreform und absehbare Veränderungen bei den Landeszuschüssen für den Personennahverkehr auf dem Land.

"Der Umstieg zum Fahrplanwechsel ist nur möglich, wenn der Kreis für die Defizite einsteht", mahnte Landrat Gerhard Bauer. Denn obwohl alle Ressourcen genutzt und Kosten gesenkt worden seien, müsse der Kreis den Busunternehmen einen Ausgleich in Höhe von bis zu 350000 Euro bieten. Denn statt der bisher lukrativen Schulbus-Linien müssten sie künftig defizitäre Zubringerlinien zur Bahn fahren. Weite 100000 Euro müsste der Kreis ausgleichen, weil die Schülerzahlen sinken.

"Ich glaube nicht, dass in dieser Zeit viel mehr passiert als bis jetzt", kritisierte der Freien-Kreisrat und Kreßberger Bürgermeister Robert Fischer das nochmalige Vertagen, das "den langsamen Abschied" von der Tauberbahn bedeute.

"Wir verabschieden uns nicht von der Tauberbahn", entgegnete Landrat Bauer. Er schlug vor, den Kreisräten im Verwaltungs- und Finanzausschuss das Nahverkehrskonzept noch einmal genauer zu erläutern. Zuvor sollte der Defizitausgleich im Arbeitskreis Tauberbahn beraten werden. Dies genehmigten die Kreisräte ohne Abstimmung.

Einstimmig beschlossen sie jedoch, dass der Kreis sich mit 26000 Euro an der Reaktivierung des Wallhausener Bahnhofs beteiligt.

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