Debatte in Schrozberg dreht sich um die Zukunft von Schule und Freibad

Das künftige Schicksal von Schule und Freibad bestimmte im Schrozberger Stadtparlament die Debatte um den Haushalt 2014 - zwei Themen, die auch in der Bürgerschaft überaus intensiv diskutiert werden.

|
Die nächste Runde in der Schrozberger Stadtsanierung gilt auch dem Flickenteppich vor dem Bahnhof in Schrozberg. Auf Vordermann werden auch die Bahnhofstraße und die Oberstettener Straße gebracht. Foto: Harald Zigan

Die Zahlen allein sind in Schrozberg absolut kein kommunalpolitischer Zankapfel: Kämmerin Carmen Kloss stellte für das Jahr 2014 einen soliden Haushalt mit einem Volumen von 17,1 Millionen Euro auf. Die Investitionen im Vermögenshaushalt summieren sich auf 3,2 Millionen Euro, größte "Brocken" sind heuer die Sanierung der Bahnhofstraße mitsamt Bahnhofsvorplatz zum Kostenpunkt von 1,9 Millionen Euro sowie die Kläranlage, die zum Kostenpunkt von 1,4 Millionen Euro erweitert werden muss. Ordentlich fällt mit 1,5 Millionen Euro die Zuführungsrate aus, und auch die mit 1,5 Millionen kalkulierte Gewerbesteuer erwärmt das kommunalpolitische Herz.

Kein Grund zur Panik ist zudem die Verschuldung der Stadt mit insgesamt rund 5,4 Millionen Euro (pro Kopf: 945 Euro). Schrozberg nimmt zwar 552.000 Euro an neuen Krediten auf, tilgt aber gleichzeitig 572.000 Euro.

Marodes Freibad im Mittelpunkt

Die düsteren Wolken indes ziehen in Schrozberg aus einer ganz anderen Richtung heran, wie die Debatte um den Haushalt 2014 zeigte: Die Zukunft der Grund-, Haupt- und Realschule mit Werkrealschule in Schrozberg und das Schicksal des maroden Freibads standen bei den Stellungnahmen der vier Fraktionen im Mittelpunkt.

So machte Walter Markert von den Freien Wählern keinen Hehl daraus, dass ihn "Bauchweh" plage bei dem Gedanken, eine Mensa für die Schule mitsamt Bücherei zu bauen - ohne zu wissen, wie es mit der Bildungsstätte weitergeht: "Wir sollten nicht unsinnig Geld ausgeben." In Sachen Freibad plädierte Walter Markert dafür, den Bürgern Zeit dafür zu geben, sich in einer Initiative zu organisieren.

Noch deutlicher wurde Lothar Mühlenstedt als Sprecher der CDU-Fraktion: "Aus dem Rathaus kommt keine Aussage zur Zukunft der Schule", er vermisse eine "klare Konzeption". Und über das Freibad müsse eine breite Debatte mit den Bürgern geführt werden, die sich freilich auch für den Erhalt engagieren müssten.

Harald Grübel und Ute Weigel von der Wahlgemeinschaft für Jedermann bemängelten eine "verwirrende Diskussion" um die Schule und votierten (wie die CDU) dafür, die Mensa in der Schule unterzubringen. Das Freibad solle erhalten werden, es gebe Alternativen zu einer kostspieligen Sanierung.

Erneuter Vorstß für Bürgerentscheid

Den größten Schritt für den Erhalt des Schrozberger Freibades, dessen Sanierungskosten auf 1,5 Millionen Euro geschätzt werden, machte Frank Weiß von der SPD-Fraktion: Er kündigte an, im neu gewählten Gemeinderat erneut einen Vorstoß für einen Bürgerentscheid zu machen. Der SPD-Antrag, 50.000 Euro in Sachen Sanierungsplanung im neuen Etat einzustellen, fand indes nur die Ja-Stimme von Frank Weiß selbst.

"So lange es von der Politik keine klaren Vorgaben gibt, so lange kann es auch keine konkreten Aussagen zur Zukunft der Schule geben" - so reagierte Bürgermeister Klemens Izsak auf die Kritik. Eine Gemeinschaftsschule bringe keinen einzigen Schrozberger Schüler mehr, die Nachbargemeinden dürften wohl "nur höchst ungern mit ihren Schülern aushelfen". Und bei einem Schulverbund "fährt die Hälfte der Kinder sinnlos in der Gegend herum" und auch in punkto "Hauptschulabschluss an der Realschule" fehlten die Vorgaben aus Stuttgart.

Zum Freibad merkte das Stadtoberhaupt an, dass vor 2015 nicht klar sei, ob es überhaupt Zuschüsse für eine Sanierung gebe: "Man kann es drehen und wenden, wie man will: Die Eigenmittel der Stadt belaufen sich auf mindestens eine Million Euro."

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Der erste Riese ragt über die Baumwipfel

Das Langenburger Stadtparlament besichtigt die Großbaustelle im Brüchlinger Wald. Ende November sollen alle zwölf Anlagen des Windparks stehen. weiter lesen