Das Aus für die Halei ist endgültig

Die Halei, einst erfolgreiche Haller Bau- und Energie-Messe, gibt es nicht mehr. Am Wochenende hätte sie stattfinden sollen. Doch seit dem Umzug in die Arena Hohenlohe schreibt die Messe rote Zahlen.

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Da gab es noch Grund zur Freude: Hans-Peter Koppenhöfer mit seiner Frau Heidi in einem Whirlpool auf der Messe Halei in Steinbach. Archivfoto: Thumilan Selvakumaran

"Ilshofen ist einfach zu groß", sagt der Messeveranstalter Hans-Peter Koppenhöfer aus Vellberg. 25 Jahre lang organisierte seine Werbefirma die Messe Halei. Doch die Messe rund ums Bauen und Wohnen, die 23 Jahre lang in der früheren Gartenschauhalle im Schwäbisch Haller Stadtteil Steinbach residierte, wird es im 26. Jahr nicht mehr geben. Denn seit dem Umzug in die Ilshofener Arena im Jahr 2010 schreibt sie keine schwarzen Zahlen mehr. Nach einer Durststrecke von drei Jahren "muss man einfach sagen: Es geht halt nicht", sagt Koppenhöfer.

Für die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises ist das bedauerlich. "Es war eine gute Messe", sagt deren Geschäftsführer Helmut Wahl. "Schade, wenn es sie nicht mehr gibt." Dabei sei die Arena doch ein idealer Messestandort. Aber vielleicht, so Wahl, gebe es inzwischen einfach zu viele Messen in der Region.

Auch das Umfeld bricht der Halai das Genick

Dabei macht in der Arena auch der Landkreis der Halei Konkurrenz: Im September veranstaltet er, wie alle fünf Jahre, seine eigene Wirtschaftsmesse - für die er übrigens noch Aussteller sucht. Auch das Umfeld habe der Halei das Genick gebrochen, versucht Koppenhöfer das Scheitern zu erklären: 2010 wurde am gleichen Wochenende das Haller Kocherquartier eröffnet. "Das hat uns enorm viele Besucher gekostet." Im vergangenen Jahr zog der verkaufsoffene Sonntag in Crailsheim viele Gäste ab.

Koppenhöfer wurde auch durch Themen-Messen bedrängt, die der Halei sehr gleichen. Zum Beispiel die Hohenloher Arena-Messe (HAM), die der Schwaigerner Veranstalter Dieter Link organisiert. Sie wächst derweil zur Regionalmesse heran: Im Januar, als die Messe zum siebten Mal stattfand, zählte Link fast 50.000 Besucher. "Die Arena ist ein Top-Messestandort, sonst hätten wir auch nicht diesen Erfolg", sagt der Veranstalter. "Mir ist er leider schon zu klein. Ich würde noch ein paar Hallen brauchen." Das Problem könnte auch der Zeitpunkt sein: Die Halei folgt in nur drei Monaten Abstand auf die HAM.

Eine Rückkehr in die kleinere Steinbacher Halle ist der Halei verbaut: Sie gehört inzwischen den Haller Stadtwerken. Größer sollte die Messe ohnehin nicht werden: "Ich wollte keine allgemeine Verbraucherausstellung daraus machen", sagt Koppenhöfer. "Ich will keine Firmen haben, die aus 200 Kilometern Entfernung herkommen und den örtlichen Handwerkern das Geschäft wegnehmen."

Und wie wäre es mit einem anderen Standort? Der Volksfestplatz in Crailsheim scheidet aus. Zelte aufzubauen sei zu teuer, betont Koppenhöfer. Die Stadt Hall habe ihm keine Alternativen anbieten können. Koppenhöfer zieht daraus die Konsequenzen: Er will künftig gar keine Messen mehr veranstalten.

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