Damit das Leben neu wird

Gedanken zum Sonntag von Pfarrer Reinhard Hinderer vom evangelischen Pfarramt Gaggstatt-Beimbach.

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Geht es Ihnen auch so? Ende Februar habe ich genug vom Winter. Ich will Frühling! Ich denke dabei spontan an junges Grün, an Blumen und blühende Bäume, an Sonne und angenehme Temperaturen. Die Schöpfung in all ihrer Vielfalt und mit ihren schier unbegrenzten Möglichkeiten macht froh und schenkt guten Mut.

Aber nicht jeder Frühling gelingt, er kann zu trocken oder zu nass sein. In manchem Jahr konnte man den Eindruck haben, der Frühling existiert nur auf dem Kalender.

Was tun, wenn nicht nur der Frühling, sondern das persönliche Leben nur noch auf dem Papier zu existieren scheint? Wenn die Schattenseiten die Sonnenseiten verschlingen?

So wie bei jenem Mann, der eine glänzende Karriere als Künstler und Akrobat machte, aber seinem Leben keinen Sinn abgewinnen konnte. Während eines Aufenthaltes in einer fremden Großstadt suchte er einen Arzt auf und sprach mit ihm über seine deprimierenden Gedanken. Der Arzt machte ihm den Vorschlag, den eben im Stadttheater gastierenden Clown zu erleben, der werde mit seinem Witz und seinem Können die düsteren Gedanken vertreiben. Das mit dem großartigen Clown habe er auch schon gehört, erwiderte er, aber er fürchte, das werde ihm rein gar nichts bringen. "Wissen Sie", sagte er, "ich bin nämlich der Clown."

Was braucht unser Leben, damit es neu von Sinn und Mut erfasst wird? Wir haben es nicht aus uns selbst. Das Geheimnis unseres Lebens, so meine ich, liegt in einer Beziehung. In einer Beziehung zu jemandem, der uns etwas bedeuten kann und der uns etwas zu geben vermag. In einer Beziehung, die uns dauerhaft inspiriert und gleichzeitig immer neu auffängt, wenn uns die Puste ausgeht, die uns Ansporn und Zufluchtsort in einem ist.

Genau das finden Menschen bei Jesus Christus, der sagt: "Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, dessen Leben wird nicht in der Finsternis verlaufen, sondern er wird das Licht des Lebens haben." (Johannesevangelium 8,12).

In ihm sind Gottes Güte und Barmherzigkeit immer neu für uns da. Bei ihm können wir unser Herz ausschütten. Er macht uns froh und schenkt guten Mut - vielleicht nicht sofort und nicht immer nach Wunsch, aber so, dass das Dunkle uns nicht verschlingt, sondern Licht und Leben die Oberhand behalten.

Aber was wäre alles Blühen im Frühling, wenn daraus nicht gute Früchte reiften?

Auch unser Leben soll Früchte bringen. Wir wünschen uns, dass Gutes daraus erwächst. Auch Gott fragt danach. Er sucht bei uns Glauben, Liebe, Geduld, echte Menschlichkeit und zuverlässige Treue. Wir werden nicht perfekt werden darin, aber das Schöne ist, dass er selbst unser Leben in diesem Sinne fruchtbar macht, wenn wir ihm vertrauen und ihn darum bitten.

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