Däubers Hof in Jungholzhausen setzt auf neues Geschäftsmodell mit Althühnern

Der Bioeier-Produzent Däubers Hof in Jungholzhausen möchte mit einem neuen Projekt das Leben eines Teils seiner Legehennen verlängern. In dem geplanten Mobilstall haben 1100 Alt-hühner Platz.

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Matthias Däuber möchte nicht, dass seine Hybridhühner bereits nach einem Jahr beim Schlachter landen. Durch einen mobilen Hühnerstall könnte er deren Lebensleistung verlängern.  Foto: 

Es ist ein Projekt, dessen Planung gedanklich viel Zeit in Anspruch nahm. Matthias Däuber, Inhaber des Bioeier-Unternehmens Däubers Hof im Teilort Jungholzhausen, möchte sich mit einem mobilen Hühnerstall vergrößern. Doch es geht bei der Expansion nicht allein um die Gewinnmaximierung, auch steckt ein ethischer Gedanke dahinter.

"Als wir uns vor 25 Jahren mit der Umstellung auf Bio auseinandergesetzt haben, war es immer ein Ziel der Bio-Bewegung, die Lebensleistung aller Tiere zu erhöhen", betont Rolf Däuber, Vater von Matthias Däuber. Bei der Legehennenhaltung sei dieses Zuchtziel landesweit völlig aus dem Blick geraten. In der Regel landen seine Tiere bereits mit einem Jahr beim Schlachter, obwohl sie immer noch in gutem Zustand und nach Aussage von Däuber zu über 90 Prozent voll befiedert sind. Allerdings lässt bei einer Henne die Legeleistung nach 70 Lebenswochen nach.

Wenigstens einen Teil dieser Legehennen will der 31-Jährige durch den Aufbau eines mobilen Hühnerstalles behalten und somit deren Lebensleistung um rund ein halbes Jahr verlängern. Einen anderen Teil der älteren Hennen kann der Bio-Unternehmer schon jetzt an Kleinlegehennenhalter abgeben - mit steigender Nachfrage.

Durch das Behalten der Althühner hat Däuber auch einen wirtschaftlichen Vorteil. Neue Legehennen kauft er im Alter von 18 Wochen an. Etwa vier Wochen dauert es dann, bis die Junghennen ein verkaufsfähiges Ei produzieren. Das bedeutete für den Hühnerhalter bisher, dass er über diese Zeit weniger Eier hatte. Die Nachfrage der Abnehmer bleibt jedoch gleich. Mit dem Erstellen des mobilen Hühnerstalles kann Däuber dieses Delta auffangen. Die Althühner produzieren ja weiter. "Die Nachfrage unserer Abnehmer zwingt uns, so zu handeln", betont Rolf Däuber. Er hatte den Betrieb aufgebaut und ihn vor geraumer Zeit an seinen Sohn übergeben.

Däuber produziert mit sogenannten Hybridhühnern. Es handelt sich um ein aus speziellen Kreuzungen gezüchtetes Legehuhn, das aus verschiedenen Inzuchtlinien entstanden ist und deutlich leistungsfähiger ist als ein Rassehuhn. Allerdings ist es nicht fortpflanzungsfähig. Die männlichen Hühner werden kurz nach dem Schlüpfen getötet.

Auch dieser Tötung möchte der Betrieb entgegenwirken. 4800 Legeplätze sind derzeit vorhanden. Durch das Hinzukommen von weiteren 1100 Plätzen und das damit verbundene Behalten der Althühner müssen für Däubers Hof weniger Hennen erzeugt werden. Somit reduziert sich auch das Töten der Hähne um einen kleinen Teil.

Das Ziel des Unternehmens ist es, dass 60 bis 70 Prozent der Hennen weiterlegen können. "Bei unserer neuen Überlegung ist zu unserem Erstaunen bei der wirtschaftlichen Berechnung ein Plus herausgekommen", freut sich Däuber.

Für den mobilen Hühnerstall wurde beim Landwirtschaftsamt ein Förderantrag für besonders tiergerechte Haltung gestellt. Bekommen die Däubers das Okay, so hoffen sie, dass dieser bereits im Herbst genutzt werden kann. "Geplant ist eine mobile Rundbogenhalle mit einer Breite von acht und einer Länge von 25 Metern", erklärt Matthias Däuber. Der Stall steht auf Stahlkufen und kann von zwei Schleppern auf dem Feld bis zu einem Kilometer gezogen werden. So erhalten die Hennen ein bestmögliches Umfeld.

30 Jahre Eierproduktion

Im Jahr 1985 hat die Familie Däuber ihr Land aus der Pacht zurückbekommen und mit nur 50 Hennen mit der Eierproduktion begonnen. Rasant expandierte der Kleinbetrieb. Zwei Jahre später stellte Rolf Däuber auf Bioland um. Seit 1989 ist er anerkannter Bioland-Betrieb. Die Familie bewirtschaftet den Hühnerhof mit zwei geringfügig Beschäftigten. Rund 50 Prozent des Futters stellt das Unternehmen als Bioland-Betrieb auf seinen 44 Hektar Fläche selbst her.

SWP

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