Crailsheim und Kreßberg haben sich geeinigt: Bald auf dem Radl in die Stadt

Kreßberg hat mit Crailsheim eine Kostenvereinbarung für den Bau eines Radweges zwischen Rudolfsberg und der Großen Kreisstadt ausgehandelt. Das Stadtparlament muss dieser nun noch zustimmen.

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Bisher haben Radler nur von Mariäkappel bis Rudolfsberg einen eigenen Weg. Nun soll die Radverbindung bis Crailsheim fortgeführt werden. Foto: Anna Berger  Foto: 

Radler in und um Kreßberg können aufatmen: Die Gemeinde hat sich mit Crailsheim auf einen Kompromiss für den Bau des umstrittenen Radwegs zwischen Rudolfsberg und der Stadt geeinigt: Die beiden Kommunen und der Landkreis wollen die Kosten für das Vorhaben dritteln. Konkret geht es um 57 000 Euro. Der verbleibende Betrag des rund 420.000 Euro teuren Radweges wird durch Zuschüsse gedeckt. "Diese fallen dank der Flurneuordnungsverfahren in Goldbach und Rudolfsberg hoch aus", sagte Kreßbergs Bürgermeister Robert Fischer in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

Aus Ärger dem Volksfest ferngeblieben

Mit der nun vereinbarten Kostenvereinbarung endet zwischen Crailsheim und Kreßberg ein Zwist, der 2012 darin gipfelte, dass Reinhold Kett, der damals stellvertretender Bürgermeister von Kreßberg war, dem Volksfest fernblieb. Zu verärgert war er darüber, dass sich das Stadtparlament gegen einen Radweg zwischen Rudolfsberg und Crailsheim ausgesprochen hatte.

Kreßberg hatte im Jahr zuvor für rund 350.000 Euro einen Radweg zwischen Mariäkappel und Rudolfsberg anlegen lassen. Dieser endet allerdings an der Gemeindegrenze zu Crailsheim im Kühnbachtal. Wer von dort aus radelnd in die Stadt kommen möchte, muss entweder einen Umweg über einen Schotterweg durch den Schönebürgwald auf sich nehmen oder die Fahrt auf der stark befahrenen Landesstraße wagen. Als nicht zumutbar beurteilte dies der Kreßberger Gemeinderat und stellte der Stadt eine symbolische Kostenbeteiligung an einer Verbindung bis Crailsheim in Höhe von 5000 bis 7000 Euro in Aussicht. Zu wenig, fanden Crailsheimer Stadträte: Wenn Kreßberg eine Fahrradstrecke haben will, sollen sie das bezahlen, hieß es damals.

Mit der Drittel-Drittel-Drittel-Finanzierung durch den Kreis und die beiden Kommunen wurde nun ein Kompromiss gefunden. "Wir könnten jetzt Prinzipienreiter sein und uns weigern, ein Vorhaben, das komplett auf Crailsheimer Gemarkung verläuft, zu gleichen Teilen zu unterstützen", sagte Bürgermeister Fischer. Da ein Radweg bis Crailsheim den Kreßbergern jedoch zugutekomme und die Fördersituation durch die Flurneuordnungsverfahren gerade günstig sei, legte er den Gemeinderäten nahe, dem Kompromissvorschlag dennoch zuzustimmen. Sang- und klanglos wollten diese die Kostenvereinbarung jedoch nicht hinnehmen. "Crailsheim bekommt zwei Kilometer neue Wege, ist aber nicht bereit, voll dafür zu bezahlen", bemängelte etwa der Marktlustenauer Walter Rothenberger. Letztlich stimmten die Räte der Drittel-Drittel-Drittel-Lösung jedoch mit großer Mehrheit zu. Es gab lediglich eine Gegenstimme und eine Enthaltung.

Noch ist allerdings nicht alles in trockenen Tüchern: Die Crailsheimer Stadträte könnten sich gegen das Vorhaben stemmen. "Hoffen wir, dass Crailsheim nicht gegen die Kostenvereinbarung stimmt", sagte Fischer. "Andernfalls wäre die Bekundung, eine fahrradfreundliche Kommune zu sein, auch falsch." Die Stadt ist vor Kurzem der "Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen" beigetreten und ließ per Pressemitteilung verlauten, dass sie sich verstärkt für den Ausbau der Fahrradinfrastruktur einsetzen wolle.

Mit dem Rad von MariäKappel bis nach Crailsheim

Schon gebaut wurde von Mariäkappel bis ins Kühnbachtal ein rund 2,8 Kilometer langer und circa 350.000 Euro teurer Radweg. Der Großteil wurde durch Zuschüsse finanziert. Rund 53.000 Euro musste Kreßberg übernehmen. Der Weg beginnt am Ortsende von Mariäkappel und schlängelt sich dann an der Landesstraße entlang. Am Parkplatz zum Skilift führt er von der Landesstraße fort, endet im Kühnbachtal aber wieder dort. Die rund 420.000 Euro teure Verlängerung des Radweges bis nach Crailsheim soll ebenfalls parallel zur Landesstraße verlaufen. 80 Prozent der Kosten werden bezuschusst.

AB

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