Christian Lange appelliert an ureigene SPD-Tugenden

An ureigene sozialdemokratische Tugenden wie Solidarität und Debattierlust hat Christian Lange appelliert. Der parlamentarische Staatssekretär war gestern Festredner beim Neujahrsempfang der SPD Schrozberg.

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Christian Lange und Frank Weiß (von links) freuen sich beim Schrozberger SPD-Neujahrsempfang über die Musik von "Echt handg'macht".  Foto: 

Berufspolitiker haben es nicht leicht in diesen Tagen. Wo immer sie sich blicken lassen, begegnen ihnen Vorbehalte, teilweise gar Vorwürfe, ihr "(Wahl-)Volk" nicht ernst zu nehmen oder daran vorbeizureden. Dazu gesellen sich Problemfelder wie "Pegida" und die Terroranschläge im Herzen Europas.

Polit-Profi Christian Lange aus Backnang, als Staatssekretär im Bundesministerium für Justiz und Verbraucherschutz im Einsatz, ist ganz nah dran an den Entscheidungen, die dafür Sorge tragen sollen, den Straftatbestand der terroristischen Unterstützung genauso in den Griff zu bekommen wie zugleich das Bewusstsein zu wecken, dass "der Islam" nicht gleich Islamismus ist.

"Die Würde des Menschen ist unantastbar", erinnerte Lange an Artikel 1 des Grundgesetzes. "Es heißt nicht ,Die Würde des Deutschen ist unantastbar'", sagte er. Die Diskussionen über die Flüchtlings-Aufnahmekapazitäten hierzulande seien ihm zuwider, stellte er klar. "In Jordanien machen die Flüchtlinge inzwischen ein Drittel der Landesbevölkerung aus", verglich er die Lage in Deutschland mit der andernorts.

Gut zwei Flüchtlinge kämen bei uns auf 10 000 Einwohner, "in Norwegen sind es längst mehr als zehn!" Jetzt sei es an der Zeit, so der SPD-Mann, Argumente gegen Fremdenangst einzubringen. Lange freute sich über die vielen ehrenamtlich Engagierten, die sich hier einbrächten: "Das ist Nächstenliebe, wie wir Sozialdemokraten sie verstehen."

Zugleich warb er für von der SPD vorangetriebene und durchgesetzte Projekte wie die Mietrechtsnovelle samt Mietpreisbremse, die Maßnahmen zur Bekämpfung des Dopings im Sport, die Frauenquote in großen börsennotierten Wirtschaftsbetrieben ("Hier ist 97 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts ein Kulturkampf beendet worden") und nicht zuletzt der Mindestlohn. Der "rote Faden" für die SPD müsse sein, dass es den Menschen besser geht. Lange war sich darin einig mit Ortsvereins-Chef Frank Weiß und SPD-Europa-Parlamentarierin Evelyne Gebhardt: "SPD-Handschrift muss jederzeit erkennbar bleiben."

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