CDU-Fraktionschef Hauk: "Über Mappus rede ich nicht mehr"

Er trägt einen schlichten Trachtenjanker, eine dunkelbraune Cordhose und eine dunkelgrüne Förster-Krawatte - nicht Anzug und die knallgrüne Halsbinde wie sonst im Landtag. "Mein Vater war Förster und Nebenerwerbslandwirt", sagt Peter Hauk der Runde.

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"Wir kommen schneller raus aus der Krise": CDU-Gemeinderat Bernd Weibler aus Bretzfeld-Bitzfeld kritisiert den Regierungsstil des früheren Ministerpräsidenten und rät seiner Partei, den Stab über Stefan Mappus zu brechen. Foto: Karsten Dyba

Er trägt einen schlichten Trachtenjanker, eine dunkelbraune Cordhose und eine dunkelgrüne Förster-Krawatte - nicht Anzug und die knallgrüne Halsbinde wie sonst im Landtag. "Mein Vater war Förster und Nebenerwerbslandwirt", sagt Peter Hauk der Runde. Soll heißen: Ich bin einer von euch.

Heimspiel für den CDU-Fraktionsvorsitzenden. Hauk trifft in der Eschentaler Krone auf Gleichgesinnte - 34 Zuhörer, fast alle Landwirte, darunter drei Frauen. Ein gmähts Wiesle für den gelernten Forstwirt und früheren Landwirtschaftsminister aus dem Odenwald. Über die "aktuelle Landesagrarpolitik der grün-roten Landesregierung" spricht er vor den Agrarausschüssen der CDU-Kreisverbände Hall und Hohenlohe. Doch zwischen Tierschutzverordnungen, Lebensmittelskandalen sowie den Zumutungen der Grünen und der Brüsseler Kommissare beherrscht ein Name die Versammlung: Mappus.

Seit Wochen beschäftigen die Querelen um den Untersuchungsausschuss zum ENBW-Deal des früheren Ministerpräsidenten Stefan Mappus den Politikbetrieb in Stuttgart. "Ein klarer Verstoß gegen die Landesverfassung", urteilt Peter Hauk über den Aktien-Rückkauf.

"Es sind auch Fehler passiert", räumt Hauk gleichwohl ein, erteilt seiner Fraktion aber sofort die Absolution: "Auch solche, die außerhalb des Verantwortungsbereichs von Abgeordneten liegen." Schuld am Desaster seien vor allem Juristen mit ihrer schlechten Beratung.

Als einer von der Basis, "der Plakate klebt", meldet sich der Bitzfelder CDU-Gemeinderat Bernd Weibler zu Wort. Mappus sei "ein Rambo" gewesen, "der uns das in kurzer Zeit versaut" habe. Mangelndes Fingerspitzengefühl attestiert Weibler dem früheren Regierungschef. Das Signal ist klar: Die CDU-Basis wendet sich ab. Er werde diesen Mann nicht mehr stützen, sagt der Milchbauer, und rät dies auch seiner Partei. "Wir kommen schneller raus aus dieser Krise."

Kurz nach der Wahl 2011 hatte Hauk die Truppen gegen Mappus gesammelt, um nach dem Fraktionsvorsitz zu greifen - mobilisiert mit Hilfe des Crailsheimer Landtagsabgeordneten Helmut Rüeck, wie es damals im Flurfunk hieß. Jetzt will er den Schlussstrich ziehen: "Über Stefan Mappus sprech ich nicht mehr", sagt Hauk. Dessen persönliches Schicksal sei bedauernswert, "aber politisch ist er Geschichte".

Und doch hängt er der CDU offenbar wie ein Klotz am Bein: "Gerade, wenn wir uns im Aufwärtstrend befinden", so Hauk, wenn die CDU dabei sei, die grün-rote Landesregierung zu stellen, "gerade dann wirft uns irgendwas aus der Vergangenheit zurück". Das soll erklären, warum es auf den Oppositionsbänken derzeit so still ist.

Den wahren Grund, warum die CDU nicht mehr regiert, will einer der Bauern kennen: "Linke Presseschreiber", die sich nicht richtig informierten. "Ab Fukushima war die Presse so frech und hat die CDU fertiggemacht." Die Medienschelte rückt der Satteldorfer Landwirt und CDU-Kreisrat Wilhelm Wackler zurecht. Lebensmittelskandale wie der jüngste um die Bio-Eier würden durchaus zu sehr skandalisiert. "Ehrlicher" solle berichtet werden. Die Politik müsse es hinterfragen, "wenn die Pressefreiheit genutzt wird, um alles niederzumachen".

Der Hohenloher Landtagsabgeordnete Arnulf von Eyb beschwört, mit welchen Folgen die CDU nun fertig werden muss: "Der ländliche Raum leidet im Augenblick unter dieser Landesregierung ganz schlimm." Man müsse sich neu formieren und angreifen, sagt Hauk. Mit einem Satz über die Grünen bläst der Förster zum Halali: "Man muss sie entlarven, jeden Tag."

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