Burgschauspiele Leofels: Letzter Schliff vor der Premiere

Nur noch eine Woche, dann ist Premiere bei den Burgschauspielen Leofels. Im Hintergrund helfen Handwerker und ehrenamtliche Helfer mit, damit am Premierenabend alles reibungslos läuft.

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Auch dieses Jahr wird wieder ein Erwachsenen- und ein Kinderstück aufgeführt. Bevor „Katharina Knie“ und „Die dumme Augustine“ die Zuschauer unterhalten werden, stecken die Schauspieler und weitere freiwillige Helfer viel Arbeit in die Vorbereitungen. Es müssen Kostüme genäht, Requisiten zusammen getragen werden, die Bühne und die Kulissen müssen aufgebaut werden und die Maskenbildnerinnen üben Schminktechniken.

In diesen Tagen geht es noch ziemlich laut zu in der Ruine: Es wird gesägt und gehämmert. Die Tribüne für die Zuschauer ist noch nicht fertig, es fehlt noch der Aufgang. Die Kulissen stehen zwar schon, brauchen aber noch einen Anstrich. „Zehn Leute arbeiten etwa fünf Samstage an Bühne und Tribüne. Man sollte schon handwerklich geschickt sein, gern basteln und Freude am Handwerkern haben“, erklärt Thomas Neber (44) die Voraussetzungen. Auch einige Jugendliche packen mit an, hängen ein Tarnnetz als Sichtschutz für Kulissen und Bühne auf.

Helga Bendl aus Gerabronn bezeichnet sich selbst als „Alterspräsidentin“ der Burgschauspiele. Sie ist schon lange dabei. Die Schneiderin kleidet die Schauspieler jedes Jahr neu ein. Ob Damenkleider, Uniformen oder zerrissene Hosen – alle Kostüme gehen durch Helga Bendls Hände. Seit 29 Jahren näht sie schon für Leofels. Es müssen bislang über 350 Kostüme sein, die sie aus bunten, einfarbigen, leichten und schweren Stoffen hergestellt hat, schätzt sie. Die 74-Jährige näht alles allein. „Bis ich da jemandem erklärt habe, wie es aussehen soll, hab’ ich es schneller selbst gemacht“, sagt die rüstige Rentnerin.

Helga Bendl näht daheim an ihrer Nähmaschine. Je nach Kostüm braucht sie zwischen fünf und zehn Stunden, manchmal auch mehr. „Und wenn das Kleid dem Regisseur nicht gefällt oder er eine andere Vorstellung hat, muss ich auch mal ganz von vorne anfangen.“

Zu Beginn jeder Saison fährt sie nach Schrozberg, um die Stoffe einzukaufen. „Dort gibt es viel Auswahl und auch ein Musterbuch“, erzählt Helga Bendl. „Manchmal ist es fast zuviel Auswahl, dann steht man vor den vielen schönen Stoffen und weiß gar nicht, was man nehmen soll.“ Die Schauspieler werden anschließend vermessen, dann werden mit Schneiderkreide die Maße auf den Stoff gezeichnet, mit Nahtzugabe. Dann wird ausgeschnitten. „Manche Stoffe können auch sehr schwer sein“, erzählt die gelernte Industrieschneiderin. „Manchmal klappt's auch beim vierten Mal noch nicht, da könnt ich es dann gerade in die Ecke werfen“, plaudert Helga Bendl aus dem Nähkästchen. Aber sie bekomme es immer hin. Am Ende stehen die Schauspieler dann in authentischen Kleidern.

Doch bevor sie auf die Bühne dürfen, müssen sie noch in die Maske. Je nach Rolle braucht es mehr oder weniger Farbe. Auch Kunstblut kommt zum Einsatz. „Eine Grundierung aus Make-Up und Puder bekommt jeder Schauspieler. Sonst glänzen sie zu sehr auf der Bühne“, erklärt Steffi Sonnek (38). Mit drei weiteren Damen ist sie für markante Lidstriche, hohe Wangenknochen oder ein eingefallen und alt aussehendes Gesicht zuständig. „So etwas kann länger dauern. Das muss man ein paar Mal gemacht haben, bis es wirklich gut aussieht“, gibt sie zu. „Jeder muss auf den Stuhl, auch die Männer, wobei manche das gar nicht gern mögen.“

Viel Zeit bleibt nicht mehr um zu schminken, zu nähen und zu hämmern, denn Premiere von „Katharina Knie“ ist am 14. Juni und vom Kinderstück am 16. Juni. Bis einschließlich 6. Juli wird in der romantischen Burgruine gespielt.

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