Bürgermeister Köger informiert Blaufeldener über die Entwicklung ihrer Kommune

Immer vor der Kommunalwahl gibt es in Blaufelden eine große Bürgerversammlung. So auch heuer. Bürgermeister Köger informierte dabei detailgenau.

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Die Bürger lauschten geduldig, als Köger sprach. Der hielt sich im Gegenzug an sein Versprechen, es bei einer Stunde Redezeit zu belassen. Foto: Sebastian Unbehauen

Das letzte Mal, als der Blaufeldener Schulz alle seine Bürger zu sich gerufen hatte, war er ihnen noch in der alten Festhalle gegenübergetreten. Diese existiert heute nur noch in der Erinnerung, dafür haben die Abrissgeräte gesorgt. So machte schon die Wahl der Versammlungsstätte am Freitagabend - man kam nämlich in der neuen Mehrzweckhalle zusammen - deutlich: In der Gemeinde hat sich einiges getan in den vergangenen fünf Jahren. Und Bürgermeister Klaus Köger ließ all das in seiner Rede noch einmal Revue passieren.

Die Mehrzweckhalle freilich ist groß und war recht optimistisch bestuhlt. So klaffte manche Lücke in den Zuschauerreihen - was wiederum auch an einem anderen Faktum liegen könnte: Blaufelden schrumpft. "Seit einigen Jahren hat das urbane Leben wieder Hochkunjunktur", stellte Köger fest. "Das heißt, viele Menschen ziehen in die größeren Städte und Speckgürtel." Im Blaufeldener Hauptort sei der Bevölkerungsschwund moderat - minus 1,5 Prozent gegenüber dem Höchststand im Jahr 2005. In den Teilorten aber treiben die Zahlen den Verantwortlichen durchaus Sorgenfalten auf die Stirn: Sie liegen zwischen minus vier Prozent in Gammesfeld und minus 12,9 (!) Prozent in Wittenweiler.

Was tun? Die Gemeinden im ländlichen Raum müssen es so attraktiv wie möglich machen, dort zu leben. Das kostet Geld. Und deshalb hat Blaufelden zuletzt kräftig investiert. Der größte Batzen ging für die Mehrzweckhalle und die bald abgeschlossene Umgestaltung der Hauptort-Mitte drauf. Aber auch noch vieles Weitere zählte Köger auf: Abwassermaßnahmen samt Straßensanierungen in verschiedenen Ortsteilen etwa oder die Sanierung von Bürgerhäusern. 52,4 Millionen Euro habe die Gemeinde seit 1999 in die Hand genommen, berichtete der Schulz. Im gleichen Zeitraum sei die Verschuldung um gerade einmal 208 000 Euro gestiegen. Köger: "Ich denke, das kann sich für unsere nach wie vor finanzschwache Gemeinde durchaus sehen lassen."

Wenn es um die Attraktivität einer Kommune geht, dann spielt stets auch die Betreuungssituation eine große Rolle. Bei der Bürgerversammlung 2009 waren die Einrichtung einer Kinderkrippe und einer Ganztagesgruppe am Kindergarten noch Zukunftsprojekte, heute sind sie nicht mehr wegzudenken. Die Eltern nehmen das Angebot dankend an, die Gemeinde muss derweil mit einem größeren Defizit zurechtkommen - 667 000 Euro im Jahr 2014 gegenüber 375.000 Euro 2004.

Auch die Schullandschaft ist in Bewegung. Hier, so Köger, wolle man an der Realschule festhalten und denke aktuell über die Einrichtung eines Ganztagesangebots nach. Die Werkrealschule mache indes große Sorgen - denn die Schüler bleiben aus. Eine Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden fände Köger sinnvoll. "Dies wird jedoch vermutlich leider nicht zu realisieren sein", sagte er.

Der Bürgermeister sparte nicht mit kleinen Seitenhieben gegen die Landesregierung, sowohl für deren Schul- als auch für ihre arg zurückhaltende Straßenbaupolitik. "Man kann nur hoffen, dass ein Sinneswandel eintritt", bilanzierte er.

Blieb noch, die gekommenen Bürger zur Wahl aufzurufen. Und praktischerweise bekamen sie gleich darauf die Kandidaten für den Gemeinderat vorgestellt.

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