Bürgerinformation zum Flächennutzungsplan und geplanten Windpark Kirchberg

Parallel zum Verfahren der Ausweisung von Flächen für die Windenergienutzung in Kirchberg plant eine regionale Projektgruppe einen Windpark. Jetzt wurden die Bürger über beide Planungen informiert.

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  • Bürgermeister Stefan Ohr, Jens Fuhrmann, Ralf Stier und Gerhard Borchers (von links). Fotos: Christine Hofmann 1/2
    Bürgermeister Stefan Ohr, Jens Fuhrmann, Ralf Stier und Gerhard Borchers (von links). Fotos: Christine Hofmann
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    Zu der Infoveranstaltung im Gemeindesaal von Lendsiedel hatten sich viele interessierte Besucher eingefunden.
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Kaum eine Frage blieb unbeantwortet beim Bürgerinformationsabend im Gemeindesaal Lendsiedel, zu dem rund 200 Interessierte gekommen waren. Die Anwohner aus Kirchberg, Lendsiedel, Dörrmenz und dem benachbarten Ruppertshofen bekamen ein Rundum-Infopaket zum Thema Windenergie in ihrer Gemeinde. Viele Fragen zum Schattenwurf, zur Lärmbelästigung und zu nächtlichen Blinklichtern bis hin zu einem möglichen Werteverlust von Grundstücken beschäftigten die Bürger. Sie nutzten im Anschluss an die Vorträge die Gelegenheit, ihre Fragen zu stellen. Die Experten blieben keine Antwort schuldig. Es liegen bereits verschiedene Gutachten vor, die die Einhaltung der geforderten Grenzwerte bestätigen. In den wenigen Einzelfällen, in denen zum Beispiel die Höchstwerte beim Schattenwurf von 30 Stunden pro Jahr und 30 Minuten pro Tag nicht eingehalten werden, muss ein Windrad zeitweise abgeschaltet werden. Moderne Technik macht das möglich.

Bevor die Bürger das Wort hatten, erinnerte Bürgermeister Stefan Ohr an den politischen Auftrag, die Energiewende voranzutreiben. "Es geht hier um die Erfüllung von rechtlichen Vorgaben, nämlich der Windenergie substanziellen Raum zu geben. Es geht hier nicht darum, ob der Anblick eines Windrades gefällt oder nicht", so Ohr.

Jens Fuhrmann, Leiter des Kreisplanungsamtes, erläuterte das Verfahren, nach dem in der Verwaltungsgemeinschaft Brettach-Jagst Flächen für die Windenergienutzung ausgewiesen werden. Unter der Berücksichtigung eines Abstands von 950 Metern zur Wohnbebauung, der denkmalgeschützten Kirchberger Altstadt und der Tiefflugschneise des Flughafens Niederstetten bleibt nur eine Fläche rund um die bestehenden Windkraftanlagen entlang der Autobahn A 6 als Konzentrationsfläche übrig. Das Flächennutzungsplanverfahren, das die Grundlage schafft, diese Fläche für die Windenergiegewinnung nutzen zu können, ist schon weit vorangeschritten. Zurzeit werden die 40 Stellungnahmen, die während der zweiten Auslegungsphase eingegangen sind, geprüft und bewertet.

Zeitgleich mit diesem Planverfahren, das seit 2012 läuft, hat eine regionale Projektgruppe mit der Planung begonnen, auf der genannten Fläche einen Windpark zu errichten. Gerhard Borchers stellte die Pläne des Windparks Kirchberg vor. Kern ist die Bürgerbeteiligung: Der Park soll bis zu 100 Prozent Eigentum der Bürger werden, die sich über die Hohenlohe Wind eG in das Projekt einkaufen können. Durch eine Kooperation mit den Stadtwerken Crailsheim wird es einen Ökostromtarif geben, der wieder den Bürgern von Kirchberg und Umgebung zugutekommt. Da sowohl die Projektierungsgesellschaft als auch die Betreibergesellschaft ihren Sitz in Kirchberg haben werden, bleiben die Steuern in der Gemeinde. Sämtliche Aufträge sollen an heimische Firmen vergeben werden. "Der Leitsatz ist: So viel wie möglich aus Hohenlohe für Hohenlohe", fasst Ralf Stier zusammen, der selbst nur 350 Meter vom ältesten Windrad der Gemeinde entfernt lebt und die Idee mit entwickelte, in Kirchberg einen Bürgerwindpark zu bauen.

Für die Bürger indes war die interessanteste Frage die nach den Abständen der acht geplanten Windkraftanlagen zu ihren Häusern sowie die Veränderung des Landschaftsbildes. Frank Bräuninger, Sprecher der Interessengemeinschaft von Anwohnern, übergab Bürgermeister Ohr eine mit 530 Unterschriften versehene Petition, in der größere Abstände gefordert werden.

Den Blick auf den geplanten Windpark haben die Projektentwickler von einem Fachbüro professionell für verschiedene Standorte visualisieren lassen, die Anwohner vorgeschlagen hatten. So konnte jeder Bürger sich schon mal ein Bild davon machen, wie sich die Aussicht von seinem Balkon verändert, wenn sich zusätzlich zu den vier Windrädern entlang der Autobahn - eines davon wird in Kürze abgebaut - künftig vielleicht elf Räder drehen werden. "Die Windräder sieht man und sie werden das Landschaftsbild nicht verschönern", sagte Stefan Ohr, "die Frage ist nur, wie man die Veränderung des Landschaftsbildes bewertet."

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