Bürger suchen ihren Meister

Die Bürger der Gemeinde Fichtenau können am 3. März ihren künftigen Meister tatsächlich (aus)wählen. Um Stimmen haben drei Bewerber bei der offiziellen und sehr gut besuchten Vorstellung geworben.

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  • Die Kandidaten in einer Reihe (von rechts): Martin Piott (mit Ehefrau Susanne), Steffen Kern (mit Lebensgefährtin Kerstin Lange) und Carsten Prange (mit Ehefrau Charlotte). Fotos: Wolfgang Rupp 1/4
    Die Kandidaten in einer Reihe (von rechts): Martin Piott (mit Ehefrau Susanne), Steffen Kern (mit Lebensgefährtin Kerstin Lange) und Carsten Prange (mit Ehefrau Charlotte). Fotos: Wolfgang Rupp
  • Martin Piott 2/4
    Martin Piott
  • Steffen Kern 3/4
    Steffen Kern
  • Carsten Prange 4/4
    Carsten Prange
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Die 350 aufgestellten Stühle in der Turn- und Festhalle Matzenbach reichen nicht aus, um am Donnerstagabend allen Besuchern einen Sitzplatz zu bieten. Mit Turnbänken wird Abhilfe geschaffen. Am Eingang begrüßen Bürgermeister Martin Piott und seine Frau Susanne die Besucher mit Handschlag, drinnen sitzen die Mitbewerber in der ersten Reihe: Steffen Kern aus Buxheim mit Lebensgefährtin Kerstin Lange, Carsten Prange aus Wildenstein mit Ehefrau Charlotte, auf der Bühne sitzen Hauptamtsleiter Roland Herzog und stellvertretende Bürgermeisterin Anja Wagemann. Sie führt ruhig und souverän durch diesen Abend, an dem sich die Bürger ein Bild von den Bewerbern um den Bürgermeisterposten machen können. Einer fehlt: Andreas Fischer aus Berlin.

15 Minuten haben sie Zeit, um sich, ihre Arbeit und Ziele vorzustellen. Es sind unterschiedlich alte Menschen, mit unterschiedlicher Ausbildung, unterschiedlichen Inhalten und unterschiedlichem Auftreten. Der 38-jährige Diplom-Verwaltungswirt und Amtsinhaber Martin Piott macht den Anfang, verweist auf seine enge Verbundenheit mit der Gemeinde, beruflich wie privat. Er blickt auf den Anfang seiner Amtszeit vor acht Jahren zurück, "als wir den einen oder anderen schweren und steinigen Weg miteinander gehen mussten". Er sieht sich als Mannschaftsspieler, Ideengeber, Kümmerer und Mitarbeiter, nennt die kontinuierliche Weiterentwicklung der Gemeinde "oberstes gemeinsames Ziel". Und was ist sein oberstes Grundprinzip? "Darauf achten, dass unser Handeln sparsam, wirtschaftlich und nachhaltig ist." Er geht detailliert auf Themen wie Haushaltskonsolidierung ein ("heute können wir durchschnaufen"), auf die umfangreichen Investitionen (15 Millionen Euro), auf Grundstückspolitik und Gewerbeentwicklung ("war, ist und wird Chefsache bleiben"), auf Straßenbau, Jugend-, Familien- und Seniorenarbeit. Er spricht in der Zusammenfassung von einem "erfolgreichen Weg", den er auch in den nächsten Jahren gemeinsam mit den Bürgern gehen möchte.

Von Wegen spricht auch Steffen Kern, von dem Weg mit einem ganz klaren Ziel, nämlich "Ihr neuer Bürgermeister zu werden". Und dafür sei ihm kein Weg zu weit, sagt der Bewerber aus Buxheim. Außer seinem 46. Geburtstag, den er an diesem Tag feiert, erfahren die Bürger in dieser Vorstellungsrunde kaum Einzelheiten über sein Leben und seine berufliche Laufbahn, nur so viel, dass er "meist in Positionen mit einem sehr hohen Maß an Verantwortung für Menschen und Material" tätig gewesen sei und "bisher sehr viel erreicht" habe.

Er spricht von "wertvollen Erfahrungen auf Führungsebene", verweist auf seine Kenntnisse in den Bereichen Finanzen und Mitarbeiterführung. Er möchte sein "ganzes Herzblut" und seine "ganze Begeisterung investieren" und alles geben, verspricht er, um zu zeigen, dass "Sie mit mir auf dem richtigen Weg sind". Er will seinen Blick auf das Wesentliche richten, gemeinsam mit den Bürgern, Fachleuten und dem Gemeinderat finanzielle Freiräume schaffen und Themen wie die Ausweisung von Gewerbeflächen, Tourismusförderung, Senioren- und Jugendarbeit oder Bürgeretat schnellstens auf den Weg bringen. Auch in seinen weiteren Ausführungen bleibt er allgemein, spricht er von Stärkung der Kaufkraft, von Zukunftsplan für die Schulen und bestmöglicher Bildung, der Bedeutung der Vereinsarbeit und des Ehrenamtes. Und er betont: "Politik heißt für mich, nicht daherreden, sondern wirklich konkrete Projekte in engster Abstimmung mit der Bürgerschaft anpacken."

Sein Wissen, seine Arbeitskraft und seine Lebenserfahrung will Carsten Prange (64) für die Weiterentwicklung und den Fortbestand der Gemeinde Fichtenau einbringen. Breiten Raum widmet der gelernte Koch seiner beruflichen Laufbahn, die von einer fast 30-jährigen Dienstzeit bei der Bundeswehr mit den unterschiedlichsten Ausbildungen und Aufgaben geprägt ist. Mit dem Eintritt in den Ruhestand 2002 beschäftigt sich der aktive Sportschütze intensiv mit der Kommunalpolitik. "Die versprochene Offenheit und Transparenz sieht für mich anders aus", fasst er seine Erfahrungen mit der Verwaltung zusammen. Als Beispiele nennt er ausweichende Antworten auf kritische Fragen, nicht öffentliche Beratungen des Finanzausschusses und kurzfristige öffentliche Einladungen zu Gemeinderatssitzungen.

Er will die Arbeit dieses Gremiums leichter und effektiver gestalten, Entscheidungen und Beschlüsse der Bürgerschaft so darstellen, "dass sie auch von jedem verstanden werden". Carsten Prange will Gebührenbescheide von externen Firmen erstellen lassen, die Richtlinien für die Vereinsförderung neu überdenken und hält regelmäßige Kontakte mit den Gewerbetreibenden für "unabdingbar". Und er möchte die in der Vergangenheit geschaffenen Werte ("mit denen wir nicht schlecht dastehen") erhalten und weiterentwickeln.

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