Bürger stellen Fragen

Drei Wind-Potenzialflächen schlägt der Vellberger Gemeinderat vor. Doch was heißt das? Der von rund 100 Bürgern besuchte Info-Abend zur Windkraft hat gezeigt, wie groß das Interesse an dem Thema ist.

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Der Vellberger Gemeinderat schlägt drei Flächen auf dem Gemeindegebiet vor, die für den Bau von Windkraftanlagen geeignet seien. Die größte Fläche mit 291 Hektar liegt südöstlich von Großaltdorf im Schiedwald. Eine Fläche mit rund 89 Hektar findet sich im östlichen Schlegelswald und eine weitere kleine Fläche (vier Hektar) an der Grenze zu Frankenhardt östlich von Schneckenweiler.

"Das heißt aber nicht, dass dort überall Windkraftanlagen gebaut werden", betonte jetzt Jens Fuhrmann, Planungsexperte im Haller Landratsamt. Vielmehr hätten jetzt die Bürger Gelegenheit, Einfluss auf die Pläne zu nehmen. Änderungsvorschläge würden im Gemeinderat diskutiert und eventuell eingearbeitet. Im Laufe des Jahres werde der Plan ein zweites Mal im Rathaus ausgelegt. Auch der Gemeindeverwaltungsverband müsse zustimmen. Erst dann würden die Bereiche als Konzentrationsflächen für Windkraft in den Flächennutzungsplan aufgenommen. Eine Baugenehmigung erhalte ein Investor aber erst, wenn er für den ausgesuchten Standort Gutachten zu Artenschutz, Schattenwurf und Standfestigkeit der Anlagen vorlegt habe.

Ganz konkrete Fragen hatten die Zuhörer zu den Vellberger Flächen, etwa, wie viele Anlagen auf der Fläche am Schlegelsberg Platz hätten. Darauf konnte sich Fuhrmann nicht festlegen. Da Anlagen in Hohenlohe große Rotordurchmesser haben müssten, bräuchten sie viel Abstand zueinander, meinte er.

Gedanken machten sich die Bürger auch zum Flächenbedarf im Wald. Laut Fuhrmann müssten pro Anlage rund 3000 bis 4000 Quadratmeter dauerhaft freigehalten werden. Er schätzte den Anteil der gerodeten Fläche an der Gesamtfläche auf deutlich unter zehn Prozent.

Zum Thema Bürgerbeteiligung stellte Fuhrmann klar, dass es in der Hand der Bürger liege, mit welcher Rechtsform eine Anlage betrieben wird. Letztlich entscheide der Grundstückseigentümer, wem er sein Land verkauft oder verpachtet. "Sie können ja einen Investor vorziehen, der mit den Bürgern zusammenarbeitet", schlug er vor. Sinnvoll sei es, dabei mit seinen Nachbarn zu kooperieren.

Verkaufe keiner der Bürger sein Grundstück oder sei aufgrund der kommunalen Ausschlusskriterien zu wenig Windkraft im Land möglich, um das Ziel von Grün-Rot zu erreichen, müsse neu geplant werden, so Fuhrmann. Bis 2020 sollen mindestens zehn Prozent der Energie mit Wind erzeugt werden.

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