Bühlertann: Verwaltung informiert über die bevorstehende Ortskernsanierung

Der Bühlertanner Ortskern soll saniert werden. Die Gemeinde hatte die Bürger zu einer Informationsveranstaltung in die Bühlertalhalle eingeladen. Architekt Mathias Friederich stellte die Bebauungspläne vor.

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Bei der gut besuchten Versammlung ging Bürgermeister Michael Dambacher auf die Ziele ein, die mit der Ortskernsanierung erreicht werden sollen. Bühlertann verfüge noch über einen gut funktionierenden Kern mit Einzelhandel, Banken, Rathaus, Kirche und Gastronomie. Dies gelte es zu bewahren. "Es droht ein schleichender Verfall, wenn wir nicht aktiv und rechtzeitig die Weiterentwicklung der Ortsmitte in Angriff nehmen."

Die Bestandsaufnahme, die der Gemeinderat erarbeitet hatte, zeigt deutlich die Stärken, Chancen, Schwächen und Risiken des Ortes (siehe Info-Kasten). Zu den Stärken zählen unter anderem der schöne Ortskern mit Fachwerkhäusern, die intakte Gastronomie und Grundversorgung sowie das Entwicklungspotential durch viele Freiflächen. Zu den Schwächen zählen das hohe Alter der betroffenen Einwohner, leer stehende Gebäude ohne Nachfolge, eine schlechte Parkplatzsituation, die Abwanderung von Handel und Gewerbe sowie ein hohes Verkehrsaufkommen.

Im vergangenen Oktober stellte die Gemeinde einen Antrag mit einem Volumen von 1,4 Millionen Euro zur Aufnahme in ein Förderprogramm. Vertreter des Finanzministeriums und des Regierungspräsidiums überzeugten sich vor Ort von der Notwendigkeit. Aus dem Förderprogramm "Flächen gewinnen durch Innenentwicklung" erhielt die Gemeinde bereits einen Zuschuss von 15000 Euro für die Erarbeitung eines Gemeindeentwicklungskonzepts. Dieses soll mit Gemeinderat, Verwaltung, der Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH und mit den Bürgern in einer "Bürgerwerkstatt" erarbeitet und umgesetzt werden.

Um die Zeit bis zur Aufnahme in ein Sanierungsprogramm sinnvoll zu nutzen, beauftragte die Gemeinde Architekt Mathias Friederich mit dem Ausarbeiten von Bebauungsplänen. Die Zielsetzung war unter anderem das Erscheinungsbild im historischen Ortskern zu erhalten, durch neue Bauvorschriften attraktive Gewerbe- und Wohnbauflächen zu schaffen und die Infrastruktur an die älter werdende Bevölkerung anzupassen. Auch die Verkehrssicherheit im Ortszentrum und eine Lösung für eine künftige Bushaltestelle waren Bestandteile des Konzepts.

In der Diskussion nach Friederichs Vortrag wurde spürbar, dass ein gewisses Angstpotential bei den Bühlertannern bestand. Dieses löste sich allerdings schnell auf, als die Funktionen erläutert wurden. So werde nicht vorgeschrieben, was wo gebaut werden müsse. Die Richtlinien seien großzügig ausgelegt.

Friederich vertrat die Auffassung, dass jemand, der bauen will, auch die Möglichkeit der Gestaltung haben muss. Nur so werde der Ortskern für junge Familien attraktiv. Werde das nicht beherzigt, komme es zu schleichendem Verfall. Andererseits gebe es viele Gebäude, die schützenswert seien und erhalten werden müssen.

Friederich schwärmte vom Erscheinungsbild Bühlertanns. Er hatte sich viel Mühe gegeben, über den bestehenden Ortskern einen Bebauungsplan zu legen. Dazu gehöre Mut, wie auch Bürgermeister Michael Dambacher fand. Ein schöner Ortskern, das sei die Erfahrung von Friederich, rege auch zur Neuansiedlung an. Außerdem steige der Wert der Grundstücke und Immobilien dadurch. In Friederichs Lichtbildvortrag zeigte sich der sensible Blick des Städtebauers. Er bewunderte, wie modern - nach heutiger Sicht - Bühlertann angelegt sei.

Die angekündigte "Bürgerwerkstatt" verspricht ein spannendes Projekt zu werden. Nach so viel Vorarbeit gab es kaum noch Diskussionsbedarf. Lediglich die Planung der neuen Bushaltestelle stieß bei einigen auf Skepsis.

Verschleppte Ortskernsanierung birgt Gefahren

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