Büchermarkt: In der Kirchberger Altstadt gibt es Schätze zu entdecken

Wer beim Rascheln von Papier ein wohliges Gefühl verspürt, für den ist der kommende Samstag ein wahrer Festtag. In Kirchberg versammelt der alljährliche Büchermarkt wieder Gedrucktes in Hülle und Fülle.

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Ein Paradies für Leseratten: Auf dem Kirchberger Büchermarkt ist für jedes Interesse und jeden Geldbeutel gedrucktes Angebot vorhanden.  Foto: 

Buchliebhaber können zwischen 10 und 17 Uhr nach Herzenslust an den zahlreichen Ständen in der Kirchberger Altstadt stöbern. Seit 1999 gibt es den Markt, bei dem zahlreiche Antiquariate aus dem süddeutschen Raum ebenso wie etliche halbprofessionelle Anbieter und Amateur-Buchhändler seltene, interessante und preiswerte Lektüre feilbieten.

Besucher erwartet indes mehr als ein bloßes Shopping-Vergnügen: Auch einige Aufführungen stehen auf dem Programm. Manfred Breitmoser und Norman Hothum zum Beispiel präsentieren die Kunst der Vergoldung. Nach mittelalterlicher Auffassung reflektieren schöne, glänzende Dinge das göttliche Licht. Alle Schönheit - ob auf natürliche Weise entstanden oder von Menschenhand geschaffen - lebt danach vom Abglanz göttlicher Ideen. Man glaubte, dass alles Leuchtende auch erleuchtet. Unter diesem Aspekt scheute man keinen auch noch so großen Aufwand, die Welt in satte Farben und in Gold zu fassen. Mit einem für heutige Menschen unglaublichen Maß an Geduld schuf man erstaunliche Kostbarkeiten.

In ihrer mittelalterlichen Maler- und Illustratoren-Werkstatt in zwei Zelten im Außenbereich führen Breitmoser und Hothum die Technik der Vergoldung vor. Interessierte Besucher können verfolgen, wie an einem großformatigen Objekt eine "Außenvergoldung" angelegt wird.

Eine weitere Attraktion ist das Schauschöpfen des Papiermachers Johannes Follmer aus dem Museum Papiermühle Homburg. Handgeschöpfte Büttenpapiere wurden in der Homburger Papiermühle neben der Pappenproduktion bis 1910 hergestellt. Diese Tradition wird heute in der Vorführwerkstatt wieder belebt.

Uralte Handwerkskunst

Bernhard Gabert, Buchrestaurator und Heraldiker, führt derweil im Rathaus-Foyer vor, wie handgetriebene Buchbeschläge hergestellt werden. Er hat eine uralte Handwerkskunst wieder aufleben lassen, den sogenannten "Klausurmacher" beziehungsweise "Gürtler". Gabert ist einer der letzten Menschen, die diese fast vergessene Tätigkeit noch ausüben - keineswegs maschinell, sondern in reiner Handarbeit, wie im Mittelalter. Darüber hinaus hat Gabert eine mehr als 30-jährige Erfahrung auf den Gebieten der Wappen- und Familienforschung.

Ebenfalls im Foyer des Rathauses können Kinder und Erwachsene auch heuer wieder Lesezeichen mit japanischen Papieren herstellen. Zu jeder vollen Stunde finden in der evangelischen Stadtkirche auf der Bücher-Empore besinnliche Lesungen statt. In den Speisesälen des Schlosses gibts Stärkung.

Info Auch das Sandelsche Museum hat am Samstag geöffnet. Dort ist die Sonderausstellung "Unser Kamerun: 1884-1916" zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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