Bratwurstduft und Obstler

Der Vieh- und Krämermarkt in Geifertshofen tendierte gestern eher zu einem Krämermarkt. Nur ein einziges Kalb wurde zum Verkauf angeboten.

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Bratwurstduft steigt in die Nase, wenn man sich dem Marktplatz in Geifertshofen nähert. Geschäftig bestücken Händler ihre Stände mit den letzten Waren. Im Bühlerzeller Ortsteil herrscht Ausnahmezustand: Es ist wieder Vieh- und Krämermarkt.

Bereits um neun Uhr sind die Ersten ausgerückt, um durch die 21 Stände mit Spielzeug, Kinderbekleidung, Süßigkeiten, Socken, Hüten, Nähzeug, Schmuck, Osterdeko, Staubsaugerzubehör und Wurstwaren zu flanieren. Viele sind aber auch zum Vieh- und Krämermarkt gekommen, um in überschaubaren Grüppchen zusammenzustehen und sich zu unterhalten.

Läuft man durch die Stände rund um den Marktplatz, kommt man an einem nicht vorbei - dem Marktmeister Elmar Klaus. Mit zwei großen Flaschen links und rechts in seiner Weste macht er immer wieder bei Besuchern des Marktes Halt und schenkt Alkoholisches aus. "Einmal habe ich einen Obstler und dann noch einen Sauerkirschschnaps", sagt der 51-Jährige, der bereits seit 13 Jahren Marktmeister ist. Warum zwei Sorten? "Zwei Damen haben sich vor ein paar Jahren beschwert, dass es nur Obstler gibt", antwortet Klaus. Seitdem werde zusätzlich der Sauerkirschschnaps ausgeschenkt - dem im Übrigen auch die Männer nicht abgeneigt seien.

Zum Vieh- und Krämermarkt gehört - wie der Name verrät - auch, dass Tiere gehandelt werden. Doch nur ein einziges Kälbchen wird am Donnerstag feilgeboten - letztes Jahr im März war gar kein Viehauftrieb. Das junge Rind gehört Petra Elsen, die extra aus Hommerdingen, einer Ortsgemeinde im Kreis Bitburg in Rheinland-Pfalz, angereist ist. Sie hat einen Ziegenbetrieb und zwei Kühe, die viel weibliche Nachzucht bekommen haben. "Wir brauchen aber nicht alle, deshalb wird dieses Kälbchen nun verkauft", klärt Elsen auf. Sie lässt sich überraschen, wie viel sie dafür bekommt.

Viele Bühlerzeller nehmen sich für den Marktdonnerstag frei - das sei so Tradition, sagt Marktmeister Klaus. So wie auch der Wanderausflug der Grundschule Bühlerzell zum Vieh- und Krämermarkt. Um kurz nach zehn trudeln die Klassen nach und nach ein. Ramona Latzel aus Imberg ist ganz aufgeregt, als sie mit ihren 17 Mitschülern und der Klassenlehrerin auf dem Marktplatz ankommt. Was sie sich von den fünf Euro, die ihr ihre Eltern mitgegeben haben, kaufen wird, weiß die Sechsjährige noch nicht. "Aber wenn ich groß bin, möchte ich mir Kühe kaufen", sagt Ramona. Hoffentlich gibt es dann welche.

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