Bischof: "War nicht involviert"

In der Zeit, als der jetzige Landesbischof Frank O. July Diak-Vorstandsvorsitzender war, wurden Wertpapiere gekauft. Er war in die Entscheidungen nicht involviert, lässt der Bischof jetzt erklären.

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Landesbischof Frank O. July will bei der Aufklärung der Wertpapierkauf-Umstände mitwirken. Archivfoto

Die Nachricht, dass das Evangelische Diakoniewerk Schwäbisch Hall 15 Millionen Euro in Wertpapieren angelegt hat und wegen gefallener Kurse inzwischen einen Verlust von 1,6 Millionen Euro verschmerzen muss, wirbelt nicht nur in Schwäbisch Hall Staub auf. Der Vorgang hat insoweit landesweit kirchenpolitische Brisanz, als die Anlage zu einer Zeit vorgenommen wurde, da der jetzige Bischof der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Frank O. July, Vorstandsvorsitzender des Haller Diakoniewerkes war. Auf Anfrage ließ July über seinen Sprecher verlauten, dass er damals "in die konkreten Anlageentscheidungen nicht involviert war". Gleichwohl unterstütze er die Aufklärung der Vorgänge. Am Donnerstag hatten der jetzige Diak-Chef Hans-Joachim Lenke und Diak-Aufsichtsratschef Ehrhard Steffen erklärt, dass die Wertpapiere vom damaligen kaufmännischen Vorstand gekauft worden seien. Doch July trug als Vorstandsvorsitzender die Gesamtverantwortung für das Diak.

Mit den Wertpapierkäufen wollte man damals (2004) eine Verzinsung von rund vier Prozent erreichen, berichteten Lenke und Steffen am Donnerstag. Während die beiden betonten, dass sie eine solche Anlagepraxis nicht befürworten, war aus dem Umfeld des Bischofs zu hören, dass Wertpapierkäufe auch für kirchliche Einrichtungen nichts Außergewöhnliches seien. Die Entwicklung der Papiere müsse aber ständig überwacht werden.

In einem Leitfaden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) heißt es: "Die kirchlichen Ordnungen orientieren sich bei Geldanlagen vor allem auf Sicherheit und Wirtschaftlichkeit."

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