Bild der Deutschen wandelt sich

"Als der Frieden schon so nahe war", ein Film über die Ereignisse in Brettheim zu Ende des Zweiten Weltkrieges, ist in Chatte in einer französisch synchronisierten Fassung erstmals gezeigt worden.

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Für die Uraufführung fuhr eine Brettheimer Delegation, bestehend aus Thilo Pohle und Helen Kindl als Realisatoren des Filmes, Norman Krauss für den Förderverein der Brettheimer Erinnerungsstätte, Reiner Groß für die Ortschaft und seine Frau Nicole, die bei der Erstellung des ersten deutschen Films wesentlich beteiligt war, sowie Bärbel Langer, Lutz Langer und Ruth Duske vom Vorstand des Brettheimer Partnerschaftskomitees nach Chatte, Brettheims französischer Partnergemeinde.

Die Betroffenheit der 150 Zuschauer nach der Vorführung des 60-minütigen Films mit dem Titel "La paix était si proche" war überdeutlich zu spüren. Im persönlichen Gespräch erklärten viele, wie bewegend und ergreifend die Geschichte und insbesondere die Aussagen der Zeitzeugen für sie gewesen sein. Besonders betroffen zeigten sich die französischen Synchronsprecher. Ihnen sei es bei den Aufnahmen oft schwer gefallen, den Brettheimern ihre Stimme zu geben. Nach der Aufführung äußerten sie ihren Stolz, an diesem Projekt mitgewirkt zu haben.

Bisher existierten Versionen in englischer und russischer Sprache. Da die Partnerschaft zwischen Brettheim und Chatte wesentlich in diesen Geschehnissen wurzelt, kamen der Förderverein der Brettheimer Erinnerungsstätte und Thilo Pohle, der Produzent auf die Idee, den Film ins Französische zu übersetzen. Für dieses Unterfangen wurden Carmen Letz und Angelika Dubuis, Vorsitzende des Chatter Partnerschaftskomitees, gewonnen, 20 Chatter Bürger stellten ihre Stimmen zur Verfügung. Im Herbst 2012 fuhr Thilo Pohle mehrere Male nach Chatte, gemeinsam mit Helen Kindl, Lehrerin an der Oskar-von- Miller-Realschule in Rothenburg. Gemeinsam nahmen sie die Stimmen der Chatter auf und schnitten die französische Fassung.

Vor rund 150 Schülern wurde der Film auch am Chatter College sowie am Lycée in Saint Marcellin aufgeführt. Hier hatten Schüler und Lehrer anschließend die Gelegenheit, Fragen zur Geschichte und zur Entstehung des Filmes zu stellen. Zum Abschluss wurde der Film nochmals im Chatter Rathaus gezeigt. Viele Zuschauer machten deutlich, wie sehr der Film ihre Meinung über Deutschland und die Deutschen verändert habe.

Am 7. April 1945 entwaffneten Brettheimer, darunter Friedrich Hanselmann, Hitlerjungen, die das Dorf gegen die vorrückenden Amerikaner verteidigen sollten. In einem Schnellverfahren wurde Hanselmann daraufhin zum Tode verurteilt. NSDAP-Ortsgruppenleiter Leonhard Wolfmeyer und Bürgermeister Leonhard Gackstatter weigerten sich, dieses Urteil zu unterschreiben. Daraufhin wurden alle drei Männer am 10. April 1945 am Friedhof von der SS erhängt.

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