Betriebshelferin Inge Blumenstock gehört mancherorts quasi zur Familie

Als Betriebshelferin hat Inge Blumenstock schon einige Häuser und Ställe im Landkreis von innen gesehen. In manchen Familien kommt sie häufiger zum Einsatz - wie bei Gronbachs in Michelbach an der Heide.

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Betriebshelferin Inge Blumenstock (Mitte) war schon bei drei Generationen der Familie Gronbach im Einsatz. Kerstin Gronbach (rechts), ihre Tochter Juliane (links) und die Enkel Malea (2) und Emil (3 Monate) danken für die Hilfe.  Foto: 

Für drei Generationen der Familie Gronbach war Inge Blumenstock schon ein rettender Engel. Vor 21 Jahren kam sie zum ersten Mal als Betriebshelferin auf den Hof in Michelbach an der Heide. Sie sprang ein, als die inzwischen verstorbene Lina Gronbach krank war und kümmerte sich um den Haushalt. Nachdem Schwiegertochter Kerstin Gronbach gemeinsam mit ihrem Mann den Hof übernommen hatte, brauchte die Landwirtsfamilie erneut Unterstützung. Blumenstock kam und versorgte Kinder, Haus und Hof, während Kerstin Gronbach langsam genas. Nun gab es den dritten Einsatz in der dritten Generation: Enkelin Juliane Gronbach bekam mit Sohn Emil ihr zweites Kind - und für einige Tage Unterstützung durch die Betriebshelferin. Inge Blumenstock griff der jungen Mutter im Haushalt und bei der Betreuung der zweijährigen Tochter Malea unter die Arme.

"Man muss Menschen mögen, wenn man als Dorfhelferin arbeitet. Da wird man mitten in eine fremde Familie hineingeworfen und soll dort alles managen. Das ist eine sehr persönliche Sache", sagt Kerstin Gronbach. Für Inge Blumenstock ist das kein Problem: Sie mag Menschen und sie liebt ihren Beruf. "Kinderbetreuung mag ich am liebsten. Ich koche und backe aber auch gern und ich freue mich, wenn ich mal mit in den Stall darf", sagt die 49-Jährige.
 

Dankbar für die Unterstützung

Die gelernte Hauswirtschafterin, die außerdem die Winterschule besuchte, stammt selbst von einem Bauernhof. Sie bringt also landwirtschaftlichen Sachverstand mit zu ihren Einsätzen. Das schätzen die Familien, die ihre Dienste in Anspruch nehmen. "Die Einsatzfamilie ist meist sehr dankbar für die Unterstützung. Oft wird bei meiner Arbeit eine persönliche Ebene erreicht", berichtet Blumenstock. Zu vielen Familien bleiben die Kontakte über den Einsatz hinaus bestehen. Auch bei den Gronbachs ist Inge Blumenstock ein regelmäßiger und gern gesehener Gast.

Den Betriebshilfsdienst beim Maschinenring Blaufelden gibt es seit 1977. Aus kleinen Anfängen hat sich in den vergangenen Jahrzehnten einer der größten und leistungsfähigsten Betriebshilfsdienste im Land entwickelt. Die 16 hauptberuflichen Betriebshelfer und 22 Betriebs- und Dorfhelferinnen springen immer dann ein, wenn Not am Mann ist - egal, ob im Stall oder im Haushalt. Jedes Jahr leisten die Betriebshelfer rund 40.000 Einsatzstunden in der Region. "Die Bedeutung des Rings wird immer größer", sagt Geschäftsführer Lothar Mühlenstedt, "die Betriebe werden immer größer. Wenn dann jemand wegen Krankheit oder Unfall ausfällt, ist schnelle Unterstützung nötig."

Auch Inge Blumenstock wird oft kurzfristig zu einem Einsatz geschickt. "Ich weiß manchmal am Freitag noch nicht, in welchem Haus ich am Montag eingesetzt bin", sagt sie. Doch das stört die 49-Jährige aus Rot am See eigentlich nicht: "Ich bin da recht flexibel. Wo ich gebraucht werde, da helfe ich."

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