Betrieb mitten in Weckrieden wird abgerissen wegen Beschwerden der Anwohner

In der Weckriedener Ortsmitte wird eine Schweinezuchtanlage abgerissen. Anwohner hatten sich massiv beschwert. Stall und Nebengebäude sind im Besitz der Stadt. Der Pächter muss die Schweinemast aufgeben.

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Der Beschluss des Haller Gemeinderats ist knapp und bündig: In den Weckriedener Krautäckern wird eine Schweinezuchtanlage abgerissen. Den Auftrag erhält die Firma Schneider aus Gammesfeld zum Gesamtpreis von 79392,30 Euro. Hintergrund, so heißt es in der Sitzungsvorlage, sei "die Verbesserung der innerörtlichen Wohnverhältnisse".

Doch hinter der Entscheidung verbirgt sich jede Menge Zündstoff: Ein Landwirt muss weichen, weil sich vor allem Bewohner eines naheliegenden Wohnhauses - eine umgebaute Scheune - über Geruch und Lärm beschwert hatten. "Es gab viel Ärger", konstatierte denn auch Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim im Gemeinderat.

Schweinestall, Scheune und Maschinenhalle nördlich des Wettbachs befinden sich seit mehr als zehn Jahren im Besitz der Kommune. Damals hatte die Stadt das Areal einem Landwirt abgekauft, der sich zur Aussiedlung entschlossen hatte. Die landwirtschaftlichen Gebäude wurden weiterverpachtet. Nach "massiven Protesten", so Pelgrim, hat sich die Stadt vor mehreren Monaten entschlossen, den Pachtvertrag zu kündigen. Dem betroffenen Landwirt wurde lediglich ermöglicht, die noch vorhandenen Schweine bis zur Schlachtreife weiter zu mästen - seit März 2012 stehen die Ställe leer.

Für den betroffenen Weckriedener, der nicht namentlich genannt werden möchte, ist die Entscheidung hart. Vor allem, weil er in drei Jahren sowieso in Rente geht und ihm für die verbleibende Zeit eine wichtige Einnahmequelle fehlt. Der Stadtverwaltung will er dennoch keinen Vorwurf machen: "Der OB steckt da auch in einer Zwickmühle."

Gelöst ist die Situation in Weckrieden allerdings damit noch nicht: In unmittelbarer Nachbarschaft gibt es weitere Bauernhöfe in Privatbesitz. Da diese Bestandsschutz haben, dürfte der Konflikt noch eine Weile bestehen bleiben.

Was mit dem Areal nach dem Abriss passiert - es befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum örtlichen Bolzplatz - ist noch unklar. In einer Information für den Gemeinderat heißt es: "Eine Wiedervermarktung und Folgebebauung des Grundstücks ist zum jetzigen Zeitpunkt. . . aus emissionsrechtlichen Gründen nicht möglich." Zunächst werden die Gebäude entkernt, entrümpelt und abgerissen. Danach soll das Gelände verfüllt werden. Entgegen einer ersten Überlegung wird auch die Bodenplatte herausgebrochen und das Gelände begrünt - zunächst wollte die Verwaltung 10000 Euro einsparen, indem darauf verzichtet wird.

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