Besiedlung Fichtenberg: Die Vergangenheit lebt

Am letzten Abend in der Vortragsreihe der Bürgerstiftung Fichtenberg führte der Gaildorfer Bauhistoriker Gerd Schäfer die Teilnehmer zurück in die historische Besiedlung des Ortes.

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  • Die Gruppe interessierter Fichtenberger vor dem Gebäude Erlenhofer Straße 12. 1/3
    Die Gruppe interessierter Fichtenberger vor dem Gebäude Erlenhofer Straße 12.
  • Wusste Spannendes aus der Geschichte Fichtenbergs zu berichten: Gerd Schäfer (links). Fotos: Karl-Heinz Rückert 2/3
    Wusste Spannendes aus der Geschichte Fichtenbergs zu berichten: Gerd Schäfer (links). Fotos: Karl-Heinz Rückert
  • Ein wertvolles Zeitdokument aus längst vergangenen Tagen ist diese sogenannte Mehrbildkarte. Diese Lithografie mit Ansichten Fichtenbergs stammt aus dem Jahr 1899. 3/3
    Ein wertvolles Zeitdokument aus längst vergangenen Tagen ist diese sogenannte Mehrbildkarte. Diese Lithografie mit Ansichten Fichtenbergs stammt aus dem Jahr 1899. Foto: 
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Ein Rundgang durch die Ortsmitte veranschaulichte den Vortrag, den der Bauhistoriker Gerd Schäfer über die Besiedlung Fichtenbergs gehalten hat. Zwei historische Siedlungsbereiche erläuterte der Historiker anhand einer Urkarte, die die Bebauung Fichtenbergs im Jahr 1831 darstellt. Die eine Ansiedlung entsprach dem heutigen Ortskern um den Marktplatz und den Bereich der Erlenhofer Straße.

Außerhalb dieser Besiedlung lag der Friedhof mit einer Vorgängerkirche der heutigen Kilianskirche. In diesem Quartier liegen heute die alten Schulgebäude. Die über dem Ort leicht erhobene Fläche war mit einer heute noch zu Teilen erhaltenen und sichtbaren Mauer umgeben. Für Gerd Schäfer ein Indiz dafür, dass es sich ursprünglich um einen Herrschaftssitz handelte - eine sogenannte "Motte". Auf dieser burgähnlichen Anlage wurden die späteren Einrichtungen wie die Kirche und der Friedhof angelegt.

Einer genaueren Betrachtung unterzog Schäfer das zwischenzeitlich restaurierte und modernisierte Gebäude in der Erlenhofer Straße 12. Die erhaltungsschonende Restaurierung dieses mittelalterlichen Hauses aus dem Jahr 1430 lässt vielerlei Rückschlüsse auf statische Probleme, Nutzung und bauliche Erweiterungen zu. Das in Geschossständerbauweise errichtete Bauwerk gilt als typisch für mittelalterliche Bauten zwischen Jagst und Schwäbischer Alb. Gleichartige Bauten sind in der hiesigen Region mehrfach erhalten. Im Gaildorfer Stadtteil Bröckingen machte Gerd Schäfer ein Gebäude in gleichartiger Bauweise aus. Die mannigfaltigen Aufschlüsse zu Bauweise und Baukonstruktion täuschen darüber hinweg, dass viele Details aus einer Bauuntersuchung im Jahr 2000 noch nicht ausgewertet sind. Eine Aussage über ihren historischen Wert konnte Schäfer daher nicht treffen.

Zu diesen Hintergrundinformationen konnten sich die mehr als 30 interessierten Teilnehmer an diesem Abend selbst ein Bild vor Ort machen. Bei einem Rundgang durch die Fichtenberger Ortsmitte besichtigten sie die Räume eben dieses Gebäudes in der Erlenhofer Straße 12 und erhielten weitere Informationen zu den Gerberhäusern, der Mühle und zum Kronenkeller. Nebenbei entdeckten sie auf Schäfers Hinweis neue Details zur Baukonstruktion altbekannter Häuser in der Ortsmitte. Interesse weckte auch das in die Mauer an der Tälestraße verbaute Sühnekreuz.

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