Bergbronn: Drei Viertel rasen durch

Eine Langzeitaufzeichnung mit einer mobilen Messanlage zeigt: Kaum jemand hält sich in der Ortsdurchfahrt ans vorgeschriebene Tempo von 50 Stundenkilometern.

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Die Bergbronner sind schon gebeutelt: Nicht allein, dass ihnen – wie der Rat am Montag beschlossen hat – über kurz oder lang ein Gewerbegebiet vor die Nase gesetzt werden soll, das sie nicht wollen. Jetzt haben sie auch schwarz auf weiß, dass in der Ortsdurchfahrt gerast wird, was das Zeug hält. Die Auswertung einer Geschwindigkeitsmessanlage in der Dinkelsbühler Straße hat alarmierende Werte zutage befördert. Demnach sind rund 75 Prozent aller Verkehrsteilnehmer zu schnell.

Ostersonntag alle zu schnell

Die Mehrheit der Fahrzeuge, so der Schluss von Verwaltungsmitarbeiterin Annemarie Mürter-Mayer, die die Studie dem Gemeinderat vorstellte, brettern mit einem Tempo von 51 bis 69 Stundenkilometern durch den Ort, darunter auch zahllose Lastwagen. Mehr als zehn Prozent fahren sogar schneller als Tempo 70. Bemerkenswerte Beobachtung am Rande: Vor allem am Wochenende nimmt die Durchschnittsgeschwindigkeit nicht ab. Speziell am Ostersonntag 2017 passierten zwischen 6 und 7 Uhr alle (!) Fahrzeuge die Ortsdurchfahrt zu schnell. Waren die etwa dem Osterhasen auf der Spur?

Fahrzeuge werden langsamer

Gemessen werden jeweils mehrere Geschwindigkeiten: Zum einen das Tempo, mit dem ein Fahrzeug in den Ort hineinfährt, zum anderen das Tempo in kürzerer Entfernung zur Messstelle. Hier immerhin gibt es einen positiven Aspekt: Die meisten Verkehrsteilnehmer sind auf dem Weg bis dorthin langsamer geworden. Das ist erfreulicherweise in 85 Prozent der Fälle so.

Sie erhöhen damit die Chance, doch noch ein grünes „Smiley“ zu sehen zu bekommen. Die mobile Messanlage dient also durchaus als „erzieherische Maßnahme“, sprich: Nicht alle sind unbelehrbar. Gemessen wurde übrigens von Januar bis Juli dieses Jahres.

Die Tempoüberschreitungen in Bergbronn sind – auch das hat die Untersuchung ergeben – nicht von bestimmten Wochentagen abhängig. Gerast wird an allen Tagen – mit Spitzenwerten in den Hauptverkehrszeiten von 6 bis 8 sowie von 16 bis 18 Uhr. An einem durchschnittlichen Beobachtungstag kamen die Datenerheber auf eine Verkehrsbelastung von deutlich mehr als 6000 Fahrzeugen pro Tag mit Spitzenbelastungen von annähernd 500 Fahrzeugen in der Stunde.

Mit den Ergebnissen der Erhebung will die Kreßberger Verwaltung bei der nächsten Verkehrsschau erneut „mit Nachdruck“ auf das Landratsamt zugehen und auf eine Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 30 zumindest für Lastkraftwagen dringen.

Einer in der Ratssitzung ins Spiel gebrachten stationären Radaranlage mochte Bürgermeister Robert Fischer nicht viel abgewinnen: „Das ist eine Frage der Gewöhnung – dort wird dann mustergültig gefahren und gleich dahinter wieder gerast.“

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