Beratung, die sich auszahlt

Bürger für das Thema Energie sensibilisieren, erneuerbare Energie fördern, Energie effizient einsetzen - damit beschäftigt sich das Energiezentrum. Außerdem verfolgt es die Entwicklung der "Erneuerbaren".

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Das Energiezentrum möchte im Mai in Wolpertshausen einen Tag zur Elektromobilität veranstalten. So etwas gab es im Oktober 2012 auch schon in Gaildorf, wie das Bild zeigt. Archivfoto: Richard Färber

Heinz Kastenholz ist der Leiter des Energiezentrums, das seinen Sitz in Wolpertshausen hat. Er gibt sein Wissen quasi als neutrale Instanz und kostenlos an Bauherren weiter. Laufend hält er Vorträge über erneuerbare Energie, Windkraftnutzung und Fotovoltaik in Volkshochschulen oder auf Einladung von Vereinen und Gemeinden. "Die Veranstaltungen in den Gemeinden nehmen langsam zu", hat er festgestellt. Erfreulich sei, dass das Energiezentrum dadurch bekannter werde. So hat die Beratung von Privatkunden 2012 deutlich zugenommen. Noch mehr Resonanz verspricht sich Kastenholz von der Kooperation mit der Verbraucherzentrale, die bei den Bürgern sehr angesehen sei. Künftig übernimmt des Energiezentrum die Beratung der Verbraucherzentrale in Hall zu Energiefragen.

Sehr gut angekommen ist laut Kastenholz der Landesenergietag in Gaildorf mit dem Schwerpunkt Elektro-Mobilität. Die Besucher hatten Gelegenheit, Elektro- und Hybridautos Probe zu fahren. Eine ähnliche Veranstaltung ist für Mai 2014 in Wolpertshausen geplant.

In Projekten mit deutschen und ausländischen Partnern tauscht sich das Wolpertshausener Energiezentrum mit Fachleuten aus, um voneinander zu lernen. Dabei geht es etwa um die Aufbereitung von Bio-Methangas zur Qualität von Erdgas, um es alternativ zur Wärmeproduktion für die Stromgewinnung einzusetzen.

Weiterhin erfolgreich sind Schulprojekte wie "Come and SeE", wo Dritt- bis Siebtklässler beispielsweise erfahren, welche Geräte Stromfresser sind . "Wir stellen uns vor, diese Stationen komplett fertig mit Begleittext an andere Energiezentren weiterzugeben", so Kastenholz. 38 Schulklassen haben 2013 am Stand-by-Projekt teilgenommen. Die Schüler bekommen Messgeräte mit nach Hause, um den Stromverbrauch von Geräten im Stand-by-Modus (Bereitschaftsmodus) zu bestimmen. So würden auch die Eltern mit einbezogen. "Ein Projekt, das gut ankommt", meint der Prokurist der Haller Wirtschaftsförderungsgesellschaft, zu der das Energiezentrum gehört. Ein weiteres Projekt ist die Teilnahme an der Solarbundesliga. Schon zum vierten Mal in Folge ist der Landkreis Hall 2013 der Sieger.

Derzeit erstellt das Energiezentrum ein Wärmekataster des Landkreises. Es soll zeigen, wie viel Energie zum Heizen verbraucht wird, aus welchen Quellen die Energie kommt und wo es Einsparpotential gibt. Mit Hilfe eines Solarkatasters soll künftig jeder Hauseigentümer beurteilen können, ob sich sein Dach für Fotovoltaik oder Solarthermie eignet.

Im Energieatlas verfolgt das Energiezentrum die Entwicklung der erneuerbaren Energie im Landkreis. Die installierte Leistung an Solarenergie ist bis 2012 deutlich gestiegen (auf rund 230000 Kilowatt). Das "Hü und Hott" bei der Einspeisevergütung habe aber 2013 zu einem Rückgang der neu installierten Fotovoltaikanlagen geführt, stellt Kastenholz fest. Bei der Windkraft hofft er in den nächsten Jahren auf einen Anstieg, wenn zumindest ein Teil der geplanten Anlagen gebaut wird.

Positiv sei, dass sich gleichzeitig mit der Zunahme des regenerativ erzeugten Stroms der Strombedarf im Landkreis verringere, wenn auch langsamer. "Mit dem höheren Strompreis achten die Menschen mehr auf sparsamen Stromverbrauch und auch die Geräte werden effizienter", erläutert der Energiefachmann.

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