Begleitetes Fahren bringt anfangs viel Sicherheit - Erst mit 18 Jahren allein im Auto

Für Monika Klippert stand schon immer fest, dass sie den Autoführerschein macht, sobald es möglich ist. Alle in ihrer Familie fahren Auto, und so reizte es auch die Teenagerin, sich hinters Steuer zu setzen.

|
Monika Klippert möchte auf ihre durch den Führerschein gewonnene Freiheit nicht mehr verzichten. Foto: Julia Vogelmann

Wie viele neue Erfahrungen sie mit sich selbst, ihren Eltern und dem Auto machte, erstaunt die Schülerin auch jetzt, wo sie alleine fahren darf, immer noch.

Im Januar 2012 war es so weit. Monika Klippert, damals 17 Jahre alt, absolvierte die Fahrprüfungen und durfte fortan von den Eltern begleitet Auto fahren. "Ich fand das Prinzip des begleiteten Fahrens echt gut, weil es Sicherheit gibt und die Eltern einem als erfahrene Helfer zur Seite stehen, wenn man unsicher ist", erinnert sich die Schülerin an ihre Fahranfänge. Die erste Fahrt unternahm Monika Klippert mit der Mutter, die seitdem nach eigenem Bekunden ein paar graue Haare mehr hat. Für die Sorge der Eltern zeigt die Tochter im Nachhinein Verständnis: "Für sie war es ungewohnt, dass ich jetzt am Steuer sitze, nicht nur weil sie Sorge um ihr Auto hatten, sondern weil es eine Art Kontrollverlust für sie war, so ohnmächtig neben mir zu sitzen."

So gesellte sich zu der Aufregung auch ein gewisser Druck für die damals 17-Jährige. "Die Eltern sind die Abläufe einfach gewohnt. Für mich war das noch viel Denken, Gucken und Aufpassen, da ging nichts automatisch", erinnert sie sich lächelnd. Gleichzeitig empfand sie die Begleitung eines erfahrenen Lenkers aber als Hilfe, etwa wenn es schnell gehen musste oder die Parklücke zu eng war. Dann durfte Mama einspringen und helfen. Die große Freiheit hat Monika Klippert in dieser Zeit aber beim Autofahren noch nicht empfunden. Sie lacht: "Ich bin insgesamt viel weniger gefahren, denn mal ehrlich: Wohin fährt man denn als Jugendlicher so oft, wo die Eltern mit sollen?"

Entsprechend stieg die Aufregung und Vorfreude, als der Tag näher rückte, an dem sie das erste Mal alleine mit dem Auto fahren durfte. Die Freundinnen waren alle ein wenig älter. So hatte die Schülerin durch sie schon einen kleinen Vorgeschmack bekommen. Gleichzeitig begann die junge Frau aber darüber nachzudenken, was es für sie bedeutet, nicht mehr Mama oder Papa neben sich zu haben. "Ich habe angefangen, mir zu überlegen, wie ich wohl alleine fahre, ob ich schneller oder langsamer fahre, aufmerksamer oder vorsichtiger", verrät sie.

Die erste Fahrt ohne die Eltern führte Monika Klippert nach Oberspeltach, wohin sie ihren Freund chauffierte. Eine neue Erfahrung, an die sie sich auch drei Monate später noch gut erinnert. "Er saß völlig entspannt neben mir und hat mich überhaupt nicht gestresst. Die Eltern waren da schon immer ein bisschen anders, belehrender", vergleicht sie. Schnell merkte sie auch eine Veränderung im eigenen Fahrverhalten. "Ich war richtig darauf konzentriert, wie ich fahre, denn jetzt war ich alleine, und die Eltern waren im Notfall nicht mehr an meiner Seite." Ehrlich gibt sie zu: "Echte Freude war das Fahren zuerst wirklich nicht, doch beim Alleinfahren lernt man mehr, weil man auf sich selbst angewiesen ist."

Doch mit zunehmendem Selbstvertrauen stieg auch das Freiheitsgefühl. Zwar hielt sich die Schülerin gerne an bekannte Strecken und gibt zu, auch gewisse Straßenabschnitte in Crailsheim zu meiden, wie etwa den steilen Berg in der Innenstadt, wo die Gefahr, den Motor abzuwürgen, relativ hoch ist bei entsprechend viel Verkehr. Doch gleichzeitig sagt sie: "Es fühlt sich richtig toll an und frei. Allerdings bin ich mir immer bewusst, dass man hinter dem Steuer große Verantwortung hat und das nicht nur für sich, sondern auch für die anderen Verkehrsteilnehmer." Verzichten möchte sie mittlerweile auf diese Freiheit nicht mehr. Sie lacht: "Die neue Unabhängigkeit ist toll und Sätze wie ,Ich fahr mal kurz ins Training machen einfach Spaß und fühlen sich ziemlich gut an!"

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Gericht: Rassismus auf dem Jakobimarkt

Das Amtsgericht verurteilt einen Ordner wegen ausländerfeindlichen Äußerungen. Der 57-Jährige bestreitet die Vorwürfe. weiter lesen