Bauvoranfrage für vier Windräder - Kett fordert neue Steuer

Nach derzeitigem Planungsstand wird in Kreßberg ein kommunales Vorranggebiet für Windkraft ausgewiesen. Jetzt gibt es eine Bauvoranfrage. Gemeinderat Reinhold Kett fordert eine "Windradsteuer".

|
Wenn der Wind über die Hohenloher Felder und Wälder pfeift, geht's künftig auch um Geld. Der Kreßberger Gemeinderat Reinhold Kett brachte eine »Windradsteuer« ins Spiel, doch der Gemeindetag winkt ab.  Foto: 

Vier Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von jeweils rund 200 Metern möchte die Firma Naturenergie Zeilinger aus dem bayerischen Markt Erlbach in dem Gebiet westlich von Waldtann errichten - mit finanzieller Beteiligung hiesiger Bürger. Eine entsprechende Bauvoranfrage hat der Gemeinderat jetzt aber zunächst einmal zurückgestellt. Schließlich ist der Änderungsprozess des Flächennutzungsplanes noch nicht abgeschlossen.

Bei einer Bauvoranfrage geht es darum, einzelne Punkte des späteren Genehmigungsverfahrens frühzeitig abzuklären. Im Kreßberger Fall ist vor allem interessant, was Bundeswehr und Zivilluftfahrt zu den Plänen sagen - schließlich ist das Dinkelsbühler Drehfunkfeuer nicht fern. Im bisherigen Verfahren gab es dazu keine Stellungnahme der entscheidenden Stellen. Die Gemeinde erhofft sich durch die Voranfrage nun mehr Klarheit.

"Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht"

Der stellvertretende Bürgermeister Reinhold Kett nutzte den Tagesordnungspunkt indes, um seine grundsätzliche Haltung zur Windkraft deutlich zu machen: "Wir in Kreßberg haben genug Energie. Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht." Wenn man nun also dennoch "unsere schöne Landschaft" kaputt mache, dann müsse wenigstens jeder Bürger etwas davon haben. Ketts Forderung: Die Gemeinde solle eine "Windradsteuer" erheben. Bürgermeister Robert Fischer sagte zu, die Möglichkeit zu prüfen.

"Das geht nicht", stellte derweil Kristina Fabijancic-Müller vom Gemeindetag Baden-Württemberg gegenüber dem HT klar. "Nur Verbrauchs- und Aufwandssteuern können örtlich erhoben werden. Da fiele eine Windradsteuer nicht darunter." Eine Gemeinde könne nur profitieren, wenn sie eigene Flächen verpachte - oder über die Gewerbesteuer. "Aber das ist sehr, sehr kompliziert und gilt auch nur, wenn die Firma ausschließlich Windkraft produziert", so Fabijancic-Müller. Kurzum: Eine Kreßberger Windradsteuer wird es nicht geben, Windräder in Kreßberg womöglich schon.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Themenschwerpunkt

Windkraft in Hohenlohe

Eine Schlüsselrolle bei den Windkraft-Plänen der Landesregierung spielt Hohenlohe - und damit die hiesigen Landwirte: Auf ihren Flächen wird sich wohl ein Großteil der geplanten Windräder drehen.

mehr zum Thema

Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Fachkräfte aufs Land holen

Das neu gegründete Städtebündnis „Hohenlohe Plus“ will sich gemeinsam für eine Stärkung der Wirtschaftsregion einsetzen. weiter lesen