Baugebiet Heerstraße Süd in Laufen: Anwohner protestieren gegen Durchfahrt

Eine Wendeplatte oder zwei? Durchfahrt oder nicht? Zäh rangen die Sulzbach-Laufener Gemeinderäte um einen Kompromiss in Sachen Heerstraße. Bürgermeister Bock will nichts "verbauen" lassen.

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  • Blick vom Laufener Jakobsweg. Hier könnte die Treppe hinab zur Hinteren Farbhalde beginnen. Fotos: Richard Färber 1/2
    Blick vom Laufener Jakobsweg. Hier könnte die Treppe hinab zur Hinteren Farbhalde beginnen. Fotos: Richard Färber
  • Noch mündet der Panoramaweg in Laufen in einen Pfad. Später soll hier eine Verbindung zum Baugebiet Heerstraße Süd geschaffen werden. 2/2
    Noch mündet der Panoramaweg in Laufen in einen Pfad. Später soll hier eine Verbindung zum Baugebiet Heerstraße Süd geschaffen werden. Foto: 
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Wenn es nach den Anwohnern im Laufener Panoramaweg geht, dann könnte ihre Straße ruhig eine Sackgasse bleiben. Vom Plan, die Zufahrt vom neuen Baugebiet Heerstraße Süd her aufzuweiten, sind sie nicht gerade begeistert. "Wir sind davon ausgegangen, dass das gilt, was man uns bisher zugesagt hat", so ein Anwohner in der Gemeinderatssitzung am Montag. Alle Anwohner hätten in der Annahme und unter der Zusage gebaut, dass es sich um eine reine Anliegerstraße handle. Seine Befürchtung: "Jeder Lkw hat heute ein Navi, das ihm sagt, welche Straße die geringste Steigung hat, und da fährt er dann durch."

Auswärtigen Verkehr könne man mit dem Schild "Durchfahrt verboten - Anlieger frei" ohne weiteres aus der Straße heraushalten, beruhigte Bürgermeister Markus Bock. Das erscheine dann auch in jedem Navi so. Alternativ könne man eine verkehrsberuhigte Zone, eine "Spielstraße" einrichten, in der dann maximal sieben Stundenkilometer schnell gefahren werden darf. Weitere Möglichkeiten seien bauliche Maßnahmen, um die Durchfahrt so lästig wie möglich zu machen.

Bock selbst geht jedoch davon aus, dass Ortskundige die Route über den Panoramaweg ebenfalls nicht wählen werden: "Da wird keiner runterschleichen." Dies bezweifelten etliche Räte, da die eigentliche Zufahrt zum neuen Wohngebiet Heerstraße Süd sehr steil ist.

In der Oktobersitzung hatte das Gremium eine erste Änderung des Bebauungsplanes Heerstraße Süd diskutiert. Im Mittelpunkt stand der Verzicht auf eine bislang vorgesehene Fußgängerverbindung vom Jakobsweg zur Hinteren Farbhalde, die aber nur unter hohen Kosten und nicht barrierefrei zu verwirklichen wäre. Bei rund 40 Höhenmetern gehen die Planer von weit über 100 Stufen aus.

In diesem Zusammenhang hatte das Planungsbüro eine Aufweitung der ursprünglich als 3,50 Meter breiter Fußweg ausgewiesenen Verbindung zwischen einer noch zu bauenden Wendeplatte am Ende des Panoramaweges und einer weiteren geplanten Wendeplatte im neuen Baugebiet vorgeschlagen. Dies und der Verzicht auf den Treppenweg würde bedeuten, dass anderthalb Bauplätze mehr zur Verfügung stehen.

Zwar ist noch nichts beschlossen und die Änderung des Bebauungsplanes vorerst noch in der Diskussion, doch dass es eine Durchfahrmöglichkeit geben muss, ist für Gemeinderat wie Verwaltung eindeutig. Auch Planerin Helen Ruf vom Büro Käser aus Fellbach bestätigte das. So sei in Neubaugebieten nicht mehr erlaubt, dass Müllfahrzeuge rückwärts fahren. Eine Wendeplatte mit den erforderlichen 18 Metern Durchmesser scheitere an topografischen Problemen, ergänzte Manfred Sonner vom Verbandsbauamt. Am Steilhang sei einfach kein Platz dafür, es sei denn, man wolle eine acht bis zehn Meter hohe Mauer: "Da legen Sie ganz schön den Kopf in den Nacken." Zudem sei eine solche Stützmauer mit immensen Kosten verbunden.

Nach zähem Ringen einigte man sich bei zwei Enthaltungen für den Aufstellungsbeschluss auf folgenden Kompromiss: am Ende der neuen Straße entsteht eine "Multifunktionsfläche", die zunächst - nur für Autos - als Wendeplatte dienen soll und später in eine Durchfahrt mit Parkflächen umgewandelt werden kann. Des Weiteren wird die ursprünglich geplante Verengung der neuen Straße mit drei Metern Breite beibehalten, es werden jedoch zusätzlich 2,5 Meter als "Verkehrsgrün" ausgewiesen, die gegebenenfalls auch als Parkflächen ausgewiesen werden können.

"Damit halten wir uns alle Möglichkeiten offen, denn verbauen dürfen wir uns jetzt nichts", so Bürgermeister Bock. Wann die geplante Verbindung gebaut wird, steht freilich in den Sternen. Noch nämlich ist das Baugebiet nicht erschlossen, die neue Straße gibt es noch nicht und auch im Panoramaweg klaffen noch etliche Baulücken.

Vor der Auslegung ist das Planungsbüro am Ruder

Heerstraße Süd Etwa 21 zusätzliche Bauplätze will die Gemeinde Sulzbach-Laufen im Baugebiet Heerstraße Süd erschließen. Das künftige Baugebiet erstreckt sich am Südhang über Laufen von unterhalb des Jakobswegs nach Osten in Richtung Heerstraße.

Ablauf Bis das Baugebiet Heerstraße Süd tatsächlich erschlossen wird, wird noch einige Zeit vergehen. Das Fellbacher Büro Käser muss die Vorschläge des Sulzbach-Laufener Gemeinderats zunächst planerisch umsetzen. Danach wird der Plan einen Monat lang öffentlich ausgelegt, sodass die Anwohner und die Träger öffentlicher Belange Einsicht nehmen und Änderungswünsche vorbringen können. Im Anschluss muss der Gemeinderat die Änderungswünsche beraten und zu einer endgültigen Entscheidung kommen.

SWP

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