Bartensteiner befreit

Das Thermometer zeigt 1,5 Grad plus, in der Luft liegt Schnee, und trotzdem haben sich die Sammler und Schnäppchenjäger schon lange vor dem offiziellen Marktbeginn in Bartenstein eingefunden.

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Dass beim Trödelmarkt über dem Ettetal eine besondere Atmosphäre herrscht, hängt offensichtlich nicht vom Wetter ab. Die Spezialisten, die auf der Suche nach Raritäten den Markt schon am frühen Morgen durchkämmen, finden sich in jedem Fall ein. Hier ein alter Sattel, mit dem man vielleicht seine Kellerbar dekorieren kann, dort eine Kollektion von Geldscheinen oder Zigarrenspitzen, an einem anderen Stand wiederum alter Hausrat oder Emailschilder - der Tand hat viele Gesichter.

Die Atmosphäre in Bartenstein hat es auch Bettina Gärtner aus dem badischen Bühl angetan, die heuer zum ersten Mal einen Stand in Bartenstein aufgestellt hat. Die Logistik-Disponentin war im vergangenen Jahr hier zu Besuch, und hat sich entschieden, selber mitzumachen. Ein Jahr lang hat sie dafür allen möglichen Trödel gesammelt. "Nach dem Betriebswirtschaftsstudium ist das hier jetzt das Praktikum in Marketing", meint sie.

Anders als Bettina Gärtner sind Gisela und Traugott Döring alte Bekannte in Bartenstein. Sie hatten früher in Schrozberg ein Antiquitäten-Geschäft und waren von Anfang an beim Bartensteiner Flohmarkt dabei - mit Ortsvorsteherin Rose-Marie Nauber gehört das Ehepaar zu den Gründern des Marktes in seiner heutigen Form.

Rund 75 Marktstände, nur halb so viele wie in den vergangenen Jahren, hat Heiderose Munz gezählt, die das Standgeld kassiert - allerdings nur bei den auswärtigen Händlern, während die Bartensteiner von der Gebühr befreit sind. Ihrer Beobachtung nach haben die Händler gestern gute Geschäfte gemacht. "Beim Kassieren merkt man schnell, wie die Stimmung bei den Händlern ist. Wenn sie gut verdienen, bezahlen sie schon mal mit einem 50-Euro-Schein statt mit lauter Kleingeld", erzählt Munz.

Bereits am Vortag hatten sich in Bartenstein die Oldtimerfreunde aus Ellrichshausen mit ihren schmucken Karossen eingefunden. Und die Böllerschützen aus Mulfingen schossen mit ihren Kanonen den Salut dazu.

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