Bahnübergänge in Schrozberg: "Eine mittlere Katastrophe"

Im Kreistag zeichnet sich ein Streit um Schranken ab: Die Grünen-Fraktion pocht darauf, die Beseitigung der beiden Bahnübergänge in Schrozberg aus dem Generalverkehrsplan des Landes zu streichen.

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Der Bahnübergang beim LBV-Lagerhaus: Pläne für ein schrankenloses Schrozberg werden schon seit über 40 Jahren geschmiedet.  Foto: 

In Schrozberg kreuzt die anno 1869 eingeweihte Tauberbahn zwei Straßen: In der Ortsdurchfahrt die Landesstraße 1001 beim LBV-Lagerhaus und bei der früheren Firma Drews die Landesstraße 1022 in Richtung Kälberbach.

Schon seit gut 40 Jahren geistern Pläne für die Beseitigung der beiden Bahnübergänge durch die Amtsstuben - umgesetzt wurde das Projekt aber nie, es blieb bis in die Neunzigerjahre hinein bei diversen Planspielen für schrankenlose Trassen mit Brücken und Unterführungen. Wenn es nach der Grünen-Fraktion im Kreistag geht, soll das Vorhaben auf den St. Nimmerleinstag verschoben werden - bei aller grundsätzlichen Sympathie für mehr Sicherheit. Der Fraktionschef Hans-Joachim Feuchter speiste für die heutige Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik einen entsprechenden Antrag ein - mit dem dringenden Wunsch, das Projekt komplett aus einer Prioritäten-Liste zu löschen, die vom Landratsamt für den Generalverkehrsplan des Landes aufgestellt wurde.

Während die Haller Kreisverwaltung das Vorhaben als "notwendig und dringlich" erachtet, bewertet Hans-Joachim Feuchter die bisherigen Pläne für ein schrankenloses Schrozberg als "unsinnig" und als "mittlere Katastrophe"" für den örtlichen Städtebau: Der bisherige Übergang an der L 1022 müsste durch eine opulente Brücke ersetzt werden und in der Stadtmitte beim LBV-Lagerhaus käme für die L 1001 in Richtung Niederstetten wohl nur ein Tunnel "mit komplizierten Zuwegungen" in Betracht.

Der Fraktionsvorsitzende der Grünen gibt in seinem Schreiben an Landrat Gerhard Bauer auch zu bedenken, dass "jede Planlösung südliche und nördliche Stadtteile trennt". Überhaupt "stammen die Pläne aus den 80ern und sind überholt, auch weil sich Grundstücksverhältnisse sehr verändert haben".

Es sei auch "nicht erkennbar", dass die Stadt angesichts von Sanierungen des Zeller Wegs und in der Bahnhofstraße "bislang auf die vorliegenden Pläne Rücksicht genommen hat". Die Finanzierung des Projektes steht nach Einschätzung von Feuchter ohnehin "auf tönernen Füßen". Das Verkehrsministerium in Stuttgart kalkuliere derzeit mit Kosten von rund 2,9 Millionen Euro. Bis zum Jahr 2025 stünden für die Beseitigung von Bahnübergängen in Baden-Württemberg aber gerade mal 20 Millionen Euro aus Landesmitteln zur Verfügung, die allein schon für die beiden kostspieligsten Vorhaben benötigt werden. "Die einzige Lösung mit Charme" wäre für Feuchter "eine Tieferlegung der Bahnstrecke im innerstädtischen Bereich" - sozusagen ein "Schrozberg 21". . .

Zwei weitere Projekte

Auf der Liste des Kreises für den Generalverkehrsplan des Landes stehen unter der Rubik "Beseitigung" auch die Bahnübergänge in Ilshofen-Gaugshausen an der Landesstraße 1040 sowie in Hirschfelden bei Michelbach/Bilz an der L 1055.

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