Bahnhof wird zu Station für den Kreuzweg

Der Bezirksarbeitskreis Frauen (BAF) des Dekanats Blaufelden hatte am Karfreitag zum 5. Kreuzgangweg durch den Ort eingeladen.

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Eine der Stationen des Kreuzwegs in Blaufelden war das Dekanat. Privatfoto

Der Kreuzweg verbindet die biblischen Texte der Passionsgeschichte mit Stationen, an denen unter dem Thema: "Durchkreuzte Wege" Leidenswege von Frauen sichtbar und hörbar gemacht werden. Sechs Stationen hatte das Team ausgewählt, und rotz winterlicher Temperaturen hatten sich über 50 Personen am Startpunkt Bahnhof eingefunden. Es wurde daran erinnert, dass hier einerseits ein Ausgangspunkt für Reisen sein kann, andererseits aber auch die Endstation beispielsweise für die Bewohner des Asylbewerberwohnheims. Nach meist langer und gefährlicher Flucht erwartet sie auch hier oft menschengemachtes Unglück.

Vor der Metzgerei Fritz wurde daran erinnert, dass es ein typischer Einkaufsort für Frauen ist. Die Metzgerei steht aber auch für alles, was Frauen in ihren Familien leisten: die tägliche Treue, sich um die Familien zu kümmern. Gleichzeitig kann so eine Metzgerei aber auch ein Arbeitsplatz sein, für Frauen, die in Minijobs arbeiten, weil sie sonst Arbeit und Kinder nicht unter einen Hut bringen können. Am Dekanat wurde daran erinnert, dass Frauen Besuchsdienste, Frauenkreise, Weltgebetstags- und Chorarbeit und vieles mehr organisieren, Verantwortung für den Nächsten übernehmen und den christlichen Glauben deutlich machen.

Unterschiedliche Gefühle beschlichen die Teilnehmer beim Stützpunkt des DRK in der Nähe der Feuerwehr. Für den einen war es die Hilfe in der Not, für den anderen die Trauer des Moments, als ein lieber Angehöriger fortgebracht wurde, der dann nicht mehr wiedergekommen ist. Beim Seniorenheim mit Blick auf das Neubaugebiet steht man am Kreuzungspunkt zwischen Jung und Alt. Viele Frauen pflegen zu Hause ihre Angehörigen, leisten Schwerstarbeit, die in der Regel auch Spuren hinterlässt.

Nach letzten Kyrierufen und Flötenstücken der fünf Blaufelder Flötistinnen führte der Weg in die herrlich warme Ulrichskirche, wo die Teilnehmer von Organistin Else Bach auf den Abschluss eingestimmt wurden. Als Zeichen für all die Menschen, die man im Laufe des Jahres schon dem Tod übergeben musste, ließen die Frauen auch hier in der Kirche einen letzten Stein liegen.

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