Bahnhöfe werden versteigert - Luxemburgische Firma trennt sich von Immobilien in Blaufelden und Schrozberg

Derlei Immobilien werden höchst selten angeboten: Die altehrwürdigen Bahnhöfe in Blaufelden und Schrozberg kommen am 29. Mai bei einer Auktion in Dresden unter den Hammer.

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  • Mindestgebot 8000 Euro: Neben dem Bahnhof in Schrozberg (Bild) werden auch die Empfangsgebäude in Markelsheim bei Bad Mergentheim und in Dombühl (Kreis Ansbach) an der Strecke Crailsheim-Nürnberg versteigert. 1/2
    Mindestgebot 8000 Euro: Neben dem Bahnhof in Schrozberg (Bild) werden auch die Empfangsgebäude in Markelsheim bei Bad Mergentheim und in Dombühl (Kreis Ansbach) an der Strecke Crailsheim-Nürnberg versteigert. Foto: 
  • Auch in Blaufelden ist die Bahn nur noch Mieter des Empfangsgebäudes an der Tauber-Bahn. 2/2
    Auch in Blaufelden ist die Bahn nur noch Mieter des Empfangsgebäudes an der Tauber-Bahn. Foto: 
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Die beiden Empfangsgebäude an der Tauber-Bahn haben mittlerweile ausgedient: Sowohl in Blaufelden als auch in Schrozberg kommen die Fahrkarten schon längst aus dem Automaten. Nur Fahrdienstleiter der Bahn halten dort noch die Stellung und bedienen die örtliche Weichen- und Signaltechnik - wobei die "Bahner" auch nur noch zur Miete einquartiert sind.

Denn vor einigen Jahren verkaufte die Bahn ein ganzes Paket an Bahnhöfen an die Immobiliengesellschaft "Patron Elke Sarl" aus Luxemburg, die dieses Portfolio jetzt offenbar wieder zu Geld machen will und die "Sächsische Grundstücksauktionen AG" (im Internet: www.sga-ag.de) mit der Vermarktung beauftragt hat.

Ein Mindestgebot von 8000 Euro muss machen, wer sich künftig in Schrozberg wie ein stolzer Bahnhofsvorsteher mit direktem Gleisanschluss fühlen will. Bürgermeister Klemens Izsak wird bei der Versteigerung in Dresden dabei sein - "aber völlig ergebnisoffen", wie er dem HT sagte. "Am liebsten wäre es mir, wenn das Gebäude an Privatleute geht."

"Keinen Bedarf für die Gemeinde" sieht Bürgermeister Klaus Köger aus Blaufelden - auch wenn die dortige Immobilie an den Gleisen schon ab einem Mindestgebot von 9000 Euro zu haben ist. "Klar ist dieser Bahnhof durchaus reizvoll, aber halt auch ein Fass ohne Boden."

In der Tat dürfte bei beiden Bahnhöfen der Sanierungsbedarf enorm sein. Auch im Auktionskatalog ist zum Beispiel von "Einregnungsschäden", Uralt-Heizungen und zum Teil fehlenden WC- und Sanitäranlagen die Rede.

Die Ära der Fahrdienstleiter in den beiden Bahnhöfen wird jedenfalls in absehbarer Zeit enden: "Ab 2016 soll in Miltenberg ein neues zentrales Stellwerk für einen zweistelligen Millionen-Betrag gebaut werden", wie Gerd Hutterer, Chef der zuständigen Westfrankenbahn, dem HT sagte.

Bahnlinie anno 1869 eröffnet
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