Bächlinger Kirche taugt als Tagungsthema

Die Welt ist ein Dorf. Und in der Dorfmitte steht die Kirche. Am 11. Oktober wird die Bächlinger Kirche bei etlichen Kunstinteressierten im Mittelpunkt stehen. Es geht um neue und spannende Forschungen.

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  • Einen ganzen Tag lang geht es bei der Tagung am kommenden Samstag um die Bächlinger Kirche - hier ein Blick aus dem Fenster aufs Schloss. Privatfoto 1/2
    Einen ganzen Tag lang geht es bei der Tagung am kommenden Samstag um die Bächlinger Kirche - hier ein Blick aus dem Fenster aufs Schloss. Privatfoto
  • Christoph Bossert spielt am Samstag auf der Orgel. Privatfoto 2/2
    Christoph Bossert spielt am Samstag auf der Orgel. Privatfoto
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Am Samstag steht von 14 Uhr an öffentlich zunächst die 2011 abgeschlossene Restaurierung der Chorbilder im Mittelpunkt der Tagung, die um 9 Uhr beginnt. Mit der notwendigen Innenrenovierung sollten die Bilder im Chorraum eigentlich nur gereinigt und fixiert werden. Doch im Gutachten wurde eine akute Gefährdung des Kunstwerks konstatiert. Es drohte der unwiederbringliche Verlust der um 1350/60 aufgetragenen Malschicht.

Andreas Menrad vom Landesamt für Denkmalpflege in Esslingen war fachlicher Leiter des Restaurierungsprojekts. Ulrich Gräf war Oberbaudirektor des Oberkirchenrats und hat das Projekt seitens der Landeskirche betreut. Die beiden werden über ihre Arbeit berichten.

Am Werk war auch Restaurator Steffen Bückner. Er wird die Problematik mit der sich allmählich ablösenden Malschicht erläutern.

Als Pfarrer Gustav Bossert in der Pfarrgemeinde von 1869 bis 1888 seinen Dienst versah, erwachte in ihm der Forschergeist. Während seiner Bächlinger Zeit verfasste er eine Ortschronik. Dass Bossert keinen Gedanken an die mittelalterlichen Chorgemälde verschwendete, liegt daran, dass Graf Wolfgang 1580 die Bilder hatte übertünchen lassen und diese dann offenbar vollkommen in Vergessenheit geraten waren. Bossert ahnte nichts von diesem Kunstschatz. Damit seine Verdienste als Seelsorger und Forscher nicht in Vergessenheit geraten, würdigt ihn Dr. Hermann Ehmer in seinem Vortrag während der Tagung.

Als die erste Orgel der Johanneskirche ihren Standort im Chorraum erhielt, waren die Chorgemälde überstrichen und in Vergessenheit geraten. Sie mussten nicht miteinander konkurrieren. Dies änderte sich mit der Freilegung der Bilder anno 1914. In Ermangelung eines anderen geeigneten Orgel-Platzes blieb die Situation mit geringfügigen Änderungen bis 2006 für die Freunde der bildenden Künste unbefriedigend: Der Blick auf das Kunstwerk war zugestellt, die Gesamtkomposition nicht erkennbar. Für Voruntersuchungen und Restaurierung musste die Orgel weichen.

Im Chorbogen prangte nun eine weiße Trennwand, die erst 2010 wieder verschwand. Zwischenzeitlich aber war eine grundlegende Entscheidung gefallen. Die alte Orgel wurde nach Leukershausen verkauft, eine neue kleine Orgel für das Kirchenschiff bei Orgelbaumeister Tilman Trefz bestellt. Begleitet wurde der Entscheidungsprozess vom Orgelsachverständigen Burkart Goethe, der am Abend des 11. Oktober unterhaltsam aus der 240-jährigen Bächlinger Orgelgeschichte berichtet und die neue Orgel vorstellt.

Quasi als Sahnehäubchen spielt Professor Christoph Bossert, international bekannte Orgel-Kapazität mit Gerabronner Wurzeln und Urenkel des erwähnten Bächlinger Pfarrers, auf der Orgel ein Konzert. Dieser wiederum hat sich seine ersten Sporen als Organist in den 70-er Jahren just in Bächlingen verdient. Info Anmeldungen sind erbeten an Marianne Mühlenstedt, Telefon 0 79 05 / 7 82, oder E-Mail an muehlenstedt@t-online.de.

Zur Person vom 7. Oktober 2014

Christoph Bossert wurde 1957 in Schwäbisch Hall geboren. Er lehrte zunächst an den Musikhochschulen in Stuttgart, Esslingen und Trossingen. Seit April 2007 ist Bossert Professor für Orgel und Kirchenmusik an der Hochschule für Musik in Würzburg.

HT

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