Ausstellung in Gerabronn: Vielseitiger Einblick in Luthers Leben

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Mit Kopftuch im Stile von Martin Luthers Ehefrau Katharina von Bora wirbt Dr. Marion Schwarze für ihre sehenswerte Ausstellung zur Reformation. Mehr Bilder: swp.de/crailsheim/bilder.  Foto: 

Aus ihrem Riesenfundus an Exponaten zu Kirchengeschichte und Volkskunst gestaltet die weitgereiste Theologin Dr. Marion Schwarze seit vielen Jahren interessante Ausstellungen zu den kirchlichen Festzeiten wie Ostern, Erntedank oder Weihnachten. Sehr sehenswert ist beispielsweise ihre umfangreiche Sammlung mit Weihnachtskrippen aus aller Welt.

Auch zum Reformationsjubiläum präsentiert die agile 87-Jährige wieder ein  spannendes Panoptikum  an Bildern, Schriften und Objekten aller Couleur, die sich im weitesten Sinn um die Gestalt Martin Luthers in Vergangenheit und Gegenwart drehen – und die sein Leben wie seine Wirkungsstätten anschaulich machen.

Historische Bilder wie etwa Lucas Cranachs Darstellung des Wittenberger Reformationsaltars von 1547 zeigen die Lebensstationen des großen Reformators, dessen Gedenken auch in unzähligen Merchandising-Artikeln seinen geldwerten Niederschlag findet. Auch hierin gibt die Ausstellung ebenso originelle wie kuriose Einblicke, wobei die Macherin betont, dass sie nur „die einigermaßen seriösen Sachen“ zur Schau stelle, wie etwa Luther-Münzen, Luther-Briefmarken oder Tragetaschen mit Luther-Konterfei. Eingegangen wird auch auf die Symbole, die zur Reformationszeit eine wichtige Rolle gespielt haben. Bekannt geworden ist Luthers Wappensiegel, die sogenannte „Lutherrose“. Weit weniger bekannt sei der Schwan als Luther-Symbol, berichtet die frühere Bächlinger Pfarrerin.

Die Ausstellung informiert über die historischen Hintergründe  des Schwan-Symbols, das für Luther ein Zeichen der echten Kirche sei, weil der Schwan breitbeinig an Seen und Sümpfen einen harten Lebenskampf führe. In Norddeutschland sei deshalb der Schwan auf vielen Kirchtürmen als Wetterhahn zu finden.

Kostbare Bibel-Sammlung

Den zweiten Schwerpunkt der Ausstellung bildet die umfangreiche Bibelsammlung, deren wertvollste und älteste Exponate aus dem Nachlass von Schwarzes Vater stammen. Der 1977 verstorbene ehemalige Konsistorialrat der evangelischen Kirche Berlin-­Brandenburg, Dr. Hans Nordmann, hat eine kostbare Sammlung an alten Bibel-Ausgaben hinterlassen, mit prächtigen und reich bebilderten Exemplaren darunter, wie etwa eine 100 Jahre alte Reprint-Ausgabe mit den Holzschnitten der Lübecker Bibel von 1494. Ergänzt wird die Bibelschau durch zeitgenössische Ausgaben aus aller Herren Länder. 48 fremdsprachige Bibeln werden gezeigt, etliche davon hat Dr. Schwarze von ihren Reisen mitgebracht.

Der dritte Teil der Ausstellung ist dem Gedenken an Schwarzes Vater gewidmet. In dessen Nachlass fand die Tochter erst vor Kurzem unerwartet ein umfangreiches Konvolut von Zeichnungen und Bildern aus Hans Nordmanns Schulzeit in Berlin und seinen Tübinger Studienjahren, die der Familie bisher gänzlich unbekannt waren. Sie überraschen durch ihre breites Repertoire an Stilrichtungen und Techniken, und erblicken nun fast 100 Jahre nach ihrer Entstehung in Gera­bronn zum ersten Mal das Licht der Öffentlichkeit.

Die Ausstellung zur Reformation ist in der Bahnhofstraße 6 in Gerabronn zu sehen. Öffnungszeiten sind an den drei kommenden Sonntagen, 22. Oktober, 29. Oktober und 5. November sowie am Reformationstag, Dienstag, 31. Oktober, jeweils von 11 bis 17 Uhr. Weitere Termine können unter der Telefonnummer 0 79 57 / 86 42 vereinbart werden.

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