Aufgegabelt: Kulinarisch und kriminell

Fast 25 Jahre lang hat Wilhelm Wackler bäuerliche Interessen im Bauernverband vertreten, galt dabei stets als wackerer Verbandsvertreter für den Raum Crailsheim. Jetzt soll damit Schluss sein. Diese und weitere Meldungen.

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    Machen sich auf den Weg zu ihren "Brettachtalern": Gastwirt Matthias Mack (links) und Landwirt Andreas Eisele. Foto: 
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    Serkan Güzelcoban kämpft in Stuttgart um den "Goldenen Bocuse". Foto: 
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Fast 25 Jahre lang hat Wilhelm Wackler bäuerliche Interessen im Bauernverband vertreten, galt dabei stets als wackerer Verbandsvertreter für den Raum Crailsheim. Jetzt soll damit Schluss sein. Bei der Kreisverbandsversammlung am 5. April in Wolpertshausen will Wackler als Vorstandsmitglied zurück ins Glied, wie am Rande der Markttage des Maschinenrings Blaufelden zu erfahren war. "Noch mal vier Jahre", so Wackler, "das wäre dann übers Pensionsalter hinaus - das muss nicht sein." Ein Nachfolger ist bereits avisiert, doch den Namen wollte er partout nicht herausrücken. Womöglich verschreckt das potenzielle Kandidaten. Da ist Wilhelm Wackler dann wohl doch zu sehr gewiefter Funktionär. . .

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"Mehr Regionalität geht nicht", schreibt Top-Gastronom Matthias Mack vom Landgasthof Hohenlohe in Rot am See dem HT - und weist damit auf die jüngste Verbindung zwischen Land- und Gastwirtschaft hin. Seit Kurzem bezieht Mack sein Rindfleisch vom "Eiselehof" nahe Kleinbrettheim von Andreas Eisele. In Sachen Geschmack haben die beiden einen gemeinsamen Nenner gefunden, der sich kurz mit "Hinterwälder Rind" beschreiben lässt. Diese älteste Rinderrasse Deutschlands, ursprünglich im Schwarzwald beheimatet und wohl vom kleinwüchsigen Kelten-Rind abstammend, züchtet der Landwirt aus Leidenschaft seit vergangenem Jahr. Rund 800 Meter liegen zwischen Eiselehof und Landhaus. Was lag da näher als die Symbiose von Zucht und Verzehr? Das vorzügliche Fleisch der Eisele-Rinder wird exklusiv bei Macks in der Landhaus-Küche verarbeitet. Der erste Bulle ist geschlachtet. Das Hinterwälder Fleisch bezeichnen Experten als "fein, butterzart und aromatisch". Die beiden Nachbarn und Freunde nennen die Tiere kurz und bündig "Brettachtaler"

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Und noch mal Neues aus der Gastronomie: Sterne-Koch Serkan Güzelcoban vom "Handicap" in Künzelsau kämpft am kommenden Montag in Stuttgart um den deutschen "Bocuse d'Or", bei dem - inoffiziell - der "beste Koch Deutschlands" gekürt wird. Er tritt gegen fünf weitere Star-Köche an und muss ein prominent besetztes und mit Sternen hochdekoriertes Juroren-Komitee überzeugen. Der Sieger wird "weitergereicht" zum europäischen "Bocuse d'Or" in Budapest. Dort geht es um die Teilnahme am Endausscheid, der "Weltmeisterschaft" in Lyon. Das ist die Heimat des gerade erst 90 Jahre alt gewordenen Erfinders der "Nouvelle Cuisine", Paul Bocuse. Im fünfeinhalb Stunden währenden Wettkampf bei der Stuttgarter "Intergastra" wird interessant sein zu beobachten, ob und wie Güzelcoban mit seiner west-östlichen Crossover-Küche bei der Promi-Jury ankommt.

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Eher zufällig ist der Einbruch in die Stimpfacher Kaspar-Mettmann-Schule aufgeklärt worden. Der Täter, ein 27-jähriger Mann, ging der Polizei kürzlich in Crailsheim ins Netz. Freilich ging es da nicht um den Stimpfacher Einbruch, sondern um andere Delikte. Während des Verhörs gestand der Verhaftete eine Reihe von Straftaten. Einmal ins Gestehen gekommen, gab er außerdem zu, auf der Suche nach Bargeld im Oktober 2015 in die Grundschule eingebrochen zu sein. Dort hatte er zwar nur einen geringen Bargeldbetrag im Sekretariat gefunden, auf der Suche nach weiterer Beute aber mehrere Türen aufgebrochen. Er hinterließ Sachschaden von 10.000 Euro. "Ob der entstandene Schaden ausgeglichen wird, ist allerdings fraglich", sagt Bürgermeister Matthias Strobel, "der junge Mann hat insgesamt 113 Straftaten begangen."

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Die CDU ist nicht die einzige Partei, der im Wahlkampf ein Missgeschick passiert ist. Wahlhelfer hatten, wie berichtet, in Gammesfeld Plakate mit dem Abgeordnete Helmut W. Rüeck aufgehängt, obwohl der Ort zum Wahlkreis Hohenlohe gehört, in dem für die CDU Arnulf von Eyb antritt. In Gerabronn, ebenfalls Wahlkreis Hohenlohe, hat es die FDP erwischt. Dort prangte bis vor wenigen Tagen eine Plakatwand mit dem Konterfei von Dr. Friedrich Bullinger, der sich bekanntlich im Wahlkreis Schwäbisch Hall bewirbt. Stephen Brauer, der in Gerabronn für die FDP kandidiert, kommentierte das Versehen mit den Worten: "Das Plakat bezahlen wir nicht." Inzwischen ist das Bullinger-Plakat gegen eines ausgetauscht worden, mit dem die FDP um die Handwerker wirbt.

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