Aufgegabelt: Auf Merkel-Mission und auf Papier-Everest

Bei allem Schrecken, der ihm am Aschermittwoch nach einem Zugunglück auf der Tauberbahn bei Schrozberg widerfuhr, dürfte ein Fahrgast die umsichtigen Helfer der Schrozberger Feuerwehr in äußerst angenehmer Erinnerung behalten.

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Bei allem Schrecken, der ihm am Aschermittwoch nach einem Zugunglück auf der Tauberbahn bei Schrozberg widerfuhr, dürfte ein Fahrgast die umsichtigen Helfer der Schrozberger Feuerwehr in äußerst angenehmer Erinnerung behalten. Die Floriansjünger sorgten nämlich dafür, dass der Mann zusammen mit vier weiblichen Fahrgästen nach Crailsheim zum Bahnhof kutschiert wurde. Von hier aus konnte der Mann seine Urlaubsfahrt nach Venedig problemlos fortsetzen. Überhaupt waren die Schrozberger Feuerwehrleute gottfroh, dass sie nicht schon wieder mit einer furchtbaren Katastrophe wie vor zwölf Jahren konfrontiert waren: Nur wenige hundert Meter von der jetzigen Unfallstelle entfernt starben am 11. Juni 2003 sechs Menschen beim Zusammenstoß von zwei Personenzügen.

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Noch in den frühen Siebzigerjahren des vorigen Jahrhunderts träumten Computer-Visionäre vom "papierlosen Büro" - welch' eine grandiose Fehleinschätzung angesichts der Papierberge, die heutzutage "mal schnell" ausgedruckt werden. Und auch die Bürokraten in den Amtsstuben zeigen offenbar keinerlei Neigung, den papiernen Mount Everest etwas abzutragen. Jüngstes Beispiel: 28 (!) eng beschriebene Seiten braucht das Regierungspräsidium in Stuttgart, um für den bei Kirchberg/Jagst geplanten Windpark eine "Zielabweichung nach § 6 Raumordnungsgesetz (ROG) i. V. m. § 24 Landesplanungsgesetz (LplG) für die Errichtung und den Betrieb von vier Windenergieanlagen" zu genehmigen . . .

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Seine Sympathie mit Crailsheim kann Mann oder Frau jetzt auch mit einem Ring am Finger bekunden, ohne gleich ein Heiratsversprechen abzugeben. Er zeigt "mit viel Esprit und farbenfroh die Sehenswürdigkeiten unserer Stadt" - mit diesen Worten bewirbt das Juweliergeschäft Druckenmüller seinen exklusiven "Crailsheim-Ring" aus 925er-Sterlingsilber und Hightech-Ceramic. Zu sehen sind Horaffen, Diebsturm, Johanneskirche, Stadtwappen, Rathausturm und Liebfrauenkapelle, Eiloader mit Riesenrad sowie Eisenbahn-Wasserturm.

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Der deutsche Astronaut Alexander Gerst, der aus Künzelsau stammt, ist berufsbedingt immer auf Achse. Im vergangenen Jahr umrundete er mehr als 2500-mal die Erde. Anfang Februar lud ihn Bundeskanzlerin Angela Merkel trotz Griechenland- und Ukraine-Krise zu einem Privatbesuch nach Berlin ein. Bei dieser Mission ging es auch um deutsche Raumfahrtprojekte. Es war, wenn man so will, auch ein Gespräch unter Fachleuten: Gerst ist Geophysiker, Merkel gelernte Physikerin. Kürzlich gab Gerst dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel ein lesenswertes und nachdenkliches Interview. Auf "mein traurigstes Foto" angesprochen, sagte er: "Vom Orbit aus konnte ich sehen, wie Raketen flogen und Bomben explodierten. Mir war klar: Mit jedem Lichtblitz sterben dort unten Menschen." Dazu muss man wissen: Das Foto zeigt den Gaza-Konflikt. Dabei kam Gerst "ein verstörender Gedanke: Wenn irgendwann einmal außerirdische Besucher unseren Planeten ansteuern würden, dann wäre das Erste, was sie von der menschlichen Zivilisation mitbekämen, dass wir uns gegenseitig bekriegen. Sie müssten uns für primitive Barbaren halten, die noch dazu ihren eigenen Lebensraum zerstören. Wie sollten wir ihnen das erklären?"

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Ein Anruf bei Pressepfarrer Marcus Götz aus Blaufelden, es ging um ein christliches Rockfestival. Doch der Pfarrer ist leider unterwegs, es meldet sich nur sein Anrufbeantworter. Und auf dem läuten passenderweise die Kirchenglocken.

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Weil er einen Beitrag zur Kirchberger Kunstnacht leisten wollte, ließ Bürgermeister Stefan Ohr ein Porträt von sich anfertigen. "Nur Kirchberg im Kopf", so kommentierte der Abgebildete selbst die Zeichnung, in der seine hervorstechendsten Gesichtszüge gut zur Geltung kommen. Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann die Karikatur noch bis zum Stadtfeiertag am 28. Februar im Kirchberger Schloss bestaunen. Angefertigt wurde diese übrigens von einer Auszubildenden der Stadt: Nora Hasel heißt die Künstlerin.

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