Aufbau aus den wenigen Resten

Er hat nach dem Krieg geholfen, die Feuerwehr wieder aufzubauen, er war im Gemeinderat von Uttenhofen und Rosengarten und hat sich in Vereinen engagiert: Wilhelm Kaiser aus Raibach ist jetzt 90 Jahre alt.

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"Unsere übrig gebliebene Generation begann 1946 aus den noch vorgefundenen Resten der Vergangenheit mit oft bescheidenen und primitiven Mitteln mit dem Wiederaufbau", hat Wilhelm Kaiser einst zu Rosengartens Bürgermeister Jürgen König gesagt. 1945 kehrte Kaiser in der Weihnachtszeit nach eineinhalb Jahren russischer Gefangenschaft zurück nach Raibach. Er machte sich bald daran, die Raibacher Feuerwehr, der er 35 Jahre, auch als Kommandant und Zugführer, angehörte, neu aufzubauen und eine Gemeinschaftsgefrieranlage zu organisieren.

Wilhelm Kaiser war dabei der Hauptinitiator. Es entstand ein kombiniertes Gebäude für Magazin und Gefrieranlage - Vorgänger des heutigen Raibacher Dorfheimes. 1953 bis 1964 saß Kaiser im Uttenhofener Gemeinderat. 1975 bis 1984 war er Mitglied im Uttenhofener Ortschaftsrat und 1980 bis 1989 engagierte er sich im Gemeinderat von Rosengarten. Wilhelm Kaiser war immer stolz, den kleinsten Ortsteil der Gemeinde Rosengarten im Gemeinderat zu vertreten. Für sein insgesamt 23-jähriges kommunalpolitisches Engagement erhielt er im November 1989 die Ehrenmedaille des Gemeindetages Baden-Württemberg.

In dieser Zeit waren in Raibach der Ausbau der Kanalisation, der Wasserversorgung und des Feldwegnetzes Schwerpunkte, deren Realisierung erst nach Überwinden oft heftiger Schwierigkeiten möglich war. 1988 war Kaiser an der Weichenstellung für den Erwerb der Garage für einen großzügigen Ausbau des Dorfheimes beteiligt.

1962 bis 1981 war er im Aufsichtsrat der Hohenloher Molkerei, davon zehn Jahre als Vorsitzender. Zudem war er Mitbegründer der Schwäbisch-Fränkischen Ferkelerzeuger-Vereinigung. Selbstverständlich war für ihn auch die Mitwirkung bei Vereinen wie dem Bibersfelder Gesangverein Rosengarten oder dem Verein ehemaliger landwirtschaftlicher Fachschüler. Durch dieses vielseitige Engagement wird im Volksmund auch als "Kaiser Wilhelm von Raibach" bezeichnet.

Schwer getroffen hat ihn 1998 der Tod seiner Frau Maria, geborene Ott, die er 1949 heiratete und die ihn stets unterstützte. Als Witwer freut er sich mit den Töchtern Hannelore und Ingrid und seinem Sohn Helmut und deren Familien über zehn Enkel und 13 Urenkel. Bei seiner Tochter Hannelore Waldvogel geht er jeden Tag zum Mittagessen, dabei erfolgt auch ein Austausch über die Geschehnisse auf dem landwirtschaftlichen Hof mit Schwiegersohn Siegfried.

"Es gibt nichts zu klagen", sagt Wilhelm Kaiser. Zu seinem runden Geburtstag gab es ein großes Fest zu seinen Ehren. Etwa 100 Gäste kamen ins evangelische Gemeindehaus in Bibersfeld.

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