Auf die Wolle, fertig, los!

Ihre persönliche Bestzeit hatte Anja Eber zwar um acht Minuten verbessern können, doch bei der Häkel-Weltmeisterschaft reichte das nicht fürs Treppchen. Die Mainhardterin freut sich über Platz 40.

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Die Mainhardterin Anja Eber mit der Startnummer 15 häkelt, was die Nadeln hergeben. Sie landet bei der Weltmeisterschaft in Zirndorf auf dem 40. Platz. Foto: Manuela Wegener

Zahlreiche Mainhardter drückten ihren Teilnehmern die Daumen, als vor einer Woche die 2. Häkel-Weltmeisterschaft in Zirndorf bei Nürnberg stattfand. 96 Handarbeitsgeschäfte aus Deutschland und 13 aus der Schweiz hatten am Vorentscheid teilgenommen und ihre Kundinnen gegeneinander antreten lassen. Fast 100 Teilnehmer im Alter zwischen 10 und 82 Jahre, darunter auch einige Herren, reisten aus Deutschland und der Schweiz an und bewiesen mit viel Spaß, dass Häkeln kein klassisches Rentner-Hobby ist.

Auch Anja Eber und Michaela Brauch aus Mainhardt hatten sich beim Vorentscheid im Textilhaus Pasler-Rau in Mainhardt für die Teilnahme qualifiziert. Sie freuten sich auf die Gelegenheit, die Myboshi-Gründer und mehrfachen Bestsellerautoren Thomas Jaenisch und Felix Rohland kennen zu lernen und die schnellsten Häklerinnen der Welt in Aktion zu erleben.

Höchste Konzentration forderte die Aufgabe, den Anfang einer Mütze aus 50 Gramm neonpinkfarbener Wolle zu häkeln. In zwei Vorrunden mussten sich die Teilnehmer für die Finalentscheidung qualifizieren. 40 glückliche "Häkel-Heroes" schafften es bis in die Finalrunde. Michaela Brauch war zu nervös und schaffte es nicht.

Ziel des Wettbewerbs war es, ein Knäuel myboshi No.1 in möglichst kurzer Zeit zum Anfang einer Mütze zu verhäkeln, und zwar mit einer Häkelnadel Nummer 6,0 mm. Die Maschenart war beliebig, es musste mit einfachem Faden gehäkelt werden. Die Mütze musste von oben begonnen und in Runden oder spiralförmig hergestellt werden. Im fertigen Zustand sollte sie tragbar sein. Wenn der Faden so kurz war, dass er vom Finger rutschte und keine neue Masche mehr gemacht werden konnte, dann war Schluss und die Teilnehmer sollten aufspringen und ihre Häkelmütze schwingen.

Nach dem Startschuss stiegen Anspannung und Adrenalinspiegel an. Es wurde gehäkelt, was das Zeug hielt. Wer würde wohl zuerst eine den Regeln entsprechende Mütze auf dem Kopf haben? Die Maschentechnik war das Geheimnis, ob Stäbchen, feste Maschen, Muschelmaschen oder Büschelmaschen. Anja Eber behielt die Nerven und schaffte es bis in die Finalrunde unter die Top 40.

Das Publikum war in super Stimmung und fieberte mit den flinken Häklern mit. Die schweizer Mannschaft war mit großem Fanclub angereist und feuerte ihre Teilnehmer mit Fahnen, Kuhglocken und lauten "zieha"-Rufen an.

Die amtierende Häkel-Weltmeisterin Hai Nguyen, eine aus Vietnam stammende Leipzigerin, konnte ihren Titel verteidigen und steigerte sich auf unglaubliche 6 Minuten 40 Sekunden. Der zweite Platz ging nach Oberfranken, Drittplatzierte wurde die Häkelmeisterin aus der Schweiz. Anja Eber landete unter den lautstarken Anfeuerungsrufen a mit einer persönlichen Bestzeit von 15 Minuten und 40 Sekunden auf Platz 40. Das bedeutete eine Verbesserung um über acht Minuten gegenüber ihrer Zeit vom Vorentscheid. Anja Eber und Michaela Brauch dürfen sich nun offiziell "Häkel-Hero" nennen und sind stolz auf ihre gute Leistung.

Sie werden in nächster Zeit zwar nicht mehr um die Wette häkeln, aber ihre Häkelnadel haben sie bereits wieder ausgepackt. Einen Auftritt haben sie beim Mainhardter Handarbeitstreff am Freitag, 21.Februar, ab 14 Uhr im Textilhaus Pasler-Rau, Hauptstraße 7. In netter Atmosphäre sollen Tipps und Tricks ausgetauscht werden. Kommen kann jeder, Könner und Anfänger.

Johanna Karla aus Finsterrot war auch bei der WM. Sie hat sich mit über 15 Minuten aber nicht für das Finale qualifizieren können.

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