Anwohner erzürnt über Verkehr durch den Ort

Öffnung der Durchgangsstraße in Wallhausen während der Muswiesentage sorgt für Widerstand und Brief ans RP. Das HT hat sich gestern vor Ort umgesehen.

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  • Viel heißer Dampf war gestern an der Baustelle in Wallhausen angesagt. Eine Spezialfirma aus Bad Friedrichshall zog neue Wasserleitungen ein (siehe Bericht rechts).  1/2
    Viel heißer Dampf war gestern an der Baustelle in Wallhausen angesagt. Eine Spezialfirma aus Bad Friedrichshall zog neue Wasserleitungen ein (siehe Bericht rechts). Foto: 
  • Erwischt! Einer von zwei Lastern, die gestern in einer knappen Stunde die Baustelle passierten. 2/2
    Erwischt! Einer von zwei Lastern, die gestern in einer knappen Stunde die Baustelle passierten. Foto: 
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Mit dem Auto durch Wallhausen zur Muswiese“ hatte es am vergangenen Freitag im HT geheißen. Seit Samstag ist die Baustelle im Ortskern für den Verkehr freigegeben – so man sich denn als Autofahrer auf die Wartezeiten an den Baustellenampeln einlassen mag. So weit, so gut.

Auf den Plan gerufen hat die Maßnahme den Anwohner Marc Müller, der angesichts des Durchgangsverkehrs einen offenen Brief an Regierungspräsidium, Landrat, verschiedene Bürgermeister und HT-Redaktion geschickt hat. „Wenn irgendwo noch etwas Vernunft vorhanden ist“, so formuliert er es, „dann sperren Sie die Baustelle für den Durchgangsverkehr sofort wieder!“

Zwar sei es „vollkommen klar, dass diese (Bau-)Maßnahme erforderlich ist“, begründete Müller seine Argumentation noch vor der Öffnung des B-290-Nadel­öhrs, aber absolut nicht einzusehen sei, dass die Baustelle zur Muswiesenzeit durch eine Schotterpiste befahrbar gemacht werde. Da müsse man am Verstand der Zuständigen zweifeln. Müller fürchtet bei schönem Wetter eine Dauerstaubwolke, bei Regen dagegen Schmutz an den Gebäuden. Das werde „unaushaltbar“.

Zudem sah der Briefschreiber zu diesem Zeitpunkt „kilometerlange Staus“ an den Ampeln voraus und empfahl „sehr weiträumige Umleitungen“ über die Autobahn via Kirchberg oder Schnelldorf, Michelbach und Reubach nach Rot am See. Bei Minustemperaturen befürchtete er gar Wasserrohrbrüche, weil ein oberirdisches Ersatzsystem verlegt werde. Alternative Lösungen sah der Bahn-Experte Marc Müller in einer „Verstärkung des Zugverkehrs auf der Tauberbahn“.

Von gestern datiert Marc Müllers erweiterter Brief, in dem er darauf hinweist, dass es derzeit pro Ampelphase etwa zehn Fahrzeuge durch die Baustelle schaffen – für ihn „ein Tropfen auf den heißen Stein“. Konsequenz sei, dass wieder auf die Feldwege ausgewichen werde.

Probe aufs Exempel gemacht

Das HT machte gestern die Probe aufs Exempel und beobachtete zur Mittagszeit eine knappe Stunde lang den Verkehr durch Wallhausen. Zumindest in dieser Zeit drängten sich durchaus nicht „ständig“ die von Müller erwähnten „größten Lkws in die Baustelle“. Es waren zwei. Und auch Rückstaus an den zwei Ampeln waren nicht auszumachen. Stattdessen drehten mehrere größere Laster am Gartenweg um und fuhren zurück Richtung Satteldorf.

Wirklich glücklich indes ist auch Berthold Wiesenfarth nicht mit der Freigabe der Ortsdurchfahrt. Der Polier der Baufirma Rossaro verwies gestern auf die höhere Vorsicht, die die Fahrer des Unternehmens walten lassen müssen, wenn sie mit ihren Lastern die Baustelle bei Gegenverkehr andienen. „Insgesamt kommen wir schon klar damit“, sagte er, fügte aber an: „Was abends und am Wochenende läuft, weiß ich nicht.“

Die Crailsheimer Polizei indes berichtete von Fahrzeugschlangen am Sonntag wegen der langen Ampelphasen, aber im Grunde sei alles vernünftig gelaufen. Eins ist dagegen gewiss: Ab Freitag ist die Strecke durch den Ort ohnehin wieder dicht. Und sogar eine gute Seite gewann der Baumaßnahme Anlieger Eberhard Schumm ab. Marc Müllers Nachbar freut sich, dass es „wenigstens während der Bauarbeiten bei uns mal ruhig ist“.

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